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Zusammenstehen: Das war Klasse!

Über 10.000 Menschen demonstrierten und feierten am 1. Mai gemeinsam in Erfurt. Das war nicht nur eine gelungene Wiederbelebung des traditionellen Tages der Arbeit, sondern auch eine Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit – insbesondere weil die AfD keine 500 Menschen mobilisieren konnte.

 

 

 

Tage der Arbeit in Erfurt waren selten vergnügungssteuerpflichtige Veranstaltungen. Oft konnten der DGB und seine Mitstreiter am Tag der Arbeit nur einige hundert Menschen mobilisieren. Immer wieder versuchten zudem Nazis diesen Tag für ihre braune Propaganda zu miss-brauchen. Immerhin hatte das den positiven Nebeneffekt, dass dann mehr – vor allem junge Menschen – für Demokratie und Menschlichkeit auf die Straße gingen. Als es der AfD vor zwei Jahren gelang, ungefähr so viele Menschen zu mobilisieren wie die Gewerkschaften, wurde vielen endgültig klar, dass sich am 1. Mai dringend etwas ändern muss. 

 

So gründete sich das große Bündnis „Zusammenstehen“. Neben Parteien und Gewerkschaften sind über 100 Bündnispartner mit im Boot, darunter erstmals auch so ziemlich alles, was in der Erfurter Kulturszene Rang und Namen hat. Gleich zwei Demozüge wurden angemeldet, der klassische des DGB und „die alles muss man selber machen Demo“. Der Aufmarsch der AfD konnte so symbolisch in die Zange genommen werden.

 

Schon beim Auftakt an der Staatskanzlei wurde deutlich, wie hervorragend „Zusammenstehen“ im Vorfeld gearbeitet hatte. Statt nur einigen hundert, waren es Tausende. Besonders ins Auge fielen die vielen jungen Menschen, auch im Kontext der neuen Bewegung Fridays for Future, bewaffnet mit allerlei bunten und kreativen Plakaten. Schier endlos lang erstreckten sich die  beeindruckenden Demo-Züge.

 Die Stimmung war friedlich und ausgelassen fröhlich. Eine Gruppe von etwa 30 „Omas gegen rechts“ hatte zwischenzeitlich eine kleine Abkürzung genommen und traf unter riesigem Jubel wieder auf die Demonstration. 

 

Während „Zusammenstehen“ über den ganzen Tag betrachtet mehr als  10.000 auf die Straße brachte, fanden sich trotz Höcke und Gauland bei der AfD keine 500 Leute ein.

Immer wieder wurde versucht, ihre Demoroute zu blockieren. Das allerdings wurde von der Polizei teils mit unnötiger Gewalt unterbunden. Auch die LINKE Landes- und Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow, der Spitzenkandidat zur Europawahl Martin Schirdewan und der Landtagsabgeordnete Christian Schaft zeigten zivilen Ungehorsam und nahmen symbolisch auf der AfD-Route Platz. Dass die AfD laufen konnte, ist aber kein Wermutstropfen auf den gelungenen Tag, denn mehrere Tausend hielten sich in Hörweite der AfD-Kundgebung auf und standen bunt und friedlich zusammen gegen Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit – auch im Bundesvergleich ein Riesenerfolg. 

 

Üblicherweise findet der 1. Mai gegen Mittag relativ still sein Ende.  In diesem Jahr ging es am Nachmittag in der Nähe des Landtages mit dem „Fest der Vielen“ weiter. Bekannte Musiker wie Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, der Erfurter Sänger Clueso sowie Smudo und Thomas D. gaben ein kostenloses Konzert. So blieben tausende gut gelaunte Menschen bis zum Abend und feierten gemeinsam ihren Tag der Arbeit. 

Ein riesiges Lob für alle, die sich bei „Zusammenstehen“ engagiert haben. Dieser 1. Mai wird lange positiv in Erinnerung bleiben. Vielleicht war es ja nur der Anfang für das, was in den nächsten Jahren möglich ist, wenn die jungen Genrationen diesen Tag als ihren Kampftag für Gerechtigkeit annehmen – ob es nun um Klima, Patriarchat oder Gute Arbeit geht, bleibt jedem Menschen selbst überlassen

th