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Trauma Treuhand

Blühende Landschaften hatte Helmut Kohl den Menschen im Osten versprochen. Aber vielerorts hinterließen die neuen Bosse aus dem Westen nichts als verbrannte Erde. Das Kaliwerk Bischofferode ist für Thüringen das krasseste  Beispiel. 

 

 

 

 

Bild: So sahen viele Menschen in Ostdeutschland die Treuhand – als furchterregendes Ungeheuer. Links der Kopf von  Treuhandpräsidentin Birgit Breuel, rechts der Kopf von Finanzminister Theo Waigel (CSU), dessen Ministerium die Treuhand direkt unterstellt war. Die Originalbilder aus dieser Montage können im Bergbaumuseum Bischofferode bestaunt werden.

 

Entwertung von Lebensläufen

 

„Die Entwertung von Lebensläufen hat Nachwirkungen bis heute. Birgit Breuel hat mittlerweile eingestanden, dass Fehler gemacht worden sind.  Die Treuhand wurde zur Marktbereinigung und zur Umverteilung von Ost nach West benutzt. Sie hat politische Fehl-entscheidungen getroffenen und die müssen zu politischer Verantwortung führen, deswegen sollte es einen Treuhand-Untersuchungsausschuss geben“, forderte die Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, bei der Eröffnung der Ausstellung Treuhand-Schicksale im Erfurter Kunsthaus.  

 

Bischofferode nur ein Beispiel von vielen

 

Weil Bischofferode nur eines von vielen Beispielen ist, müssten die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden, forderte Bodo Ramelow. Thüringens Ministerpräsident weiß wovon er spricht. Er war selbst Zeitzeuge und rief als West-Gewerkschafter den Menschen stets zu: „Ihr müsst euch wehren!“ Sie haben sich gewehrt. Meistens waren es Frauen, betonte Ramelow. In Bischofferode ging es bis zum Hungerstreik. Fast überall blieben die Kämpfe ohne Erfolge, denn es kamen die Bosse von den großen Konzernzentralen, die alles unter sich aufteilten. Ostbetriebe waren für sie Konkurrenten, denen man sich entledigen wollte. 

 „Was macht das mit den Menschen“, fragte Bodo Ramelow im prallgefüllten Kunsthaus. Später sagten ihm viele Unternehmer: „Ohne die Ostdeutschen könnten wir die Produktion gar nicht organisieren. Wissen und Fähigkeiten waren  Gold wert, aber erst nach dem Betriebe weg waren. Das war nicht nur ein Fehler von Breuel, es war eine systematische Entreicherung“, sagte Bodo Ramelow. Für viele im Osten ist es ein Trauma, bis heute