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Studierendenproteste gegen Kürzungen bei der Bildung

Am 23. November haben mehr als 3.000 Schüler und Studenten gegen die verfehlte Bildungspolitik demonstriert, ihre Kritik richtete sich vor allem gegen SPD-Kultusminister Matschie und die von ihm geplanten Kürzungen bei Schulen und Hochschulen

Im Laufe des Jahres gibt es viele Demonstrationen in Thüringen, die meisten davon naturgemäß in der Landeshauptstadt Erfurt. Manchmal zählt allein der gute Gedanke, wenn sich zum Beispiel beim Thema Hartz IV nur wenige hartgesottene Kämpfer auf die Straße wagen. Manchmal sind es viele, wie kürzlich bei der großen Demo „Deutschland in Schieflage“ (UNZ berichtete). Doch selten war ein Demonstrationszug so beeindruckend, von solcher Kraft und Spontanität, dass man staunen muss. Wie schon vor einen Jahr protestierten Schüler und Studenten gegen die miserablen Zustände an den Thüringer Schulen und Hochschulen. Die Polizei schätzte etwa 3.000 Teilnehmer, gefühlt waren es aber noch einige mehr. Am Bahnhofsplatz, Tinnitus-Gefahr durch tausende Trillerpfeifen. Ein Meer aus Menschen, Transparenten und Fahnen von Gewerkschaften, LINKEN, SPD und Grünen, wartet darauf, endlich los zu marschieren. Viele Demonstranten ließen kein gutes Haar an der Thüringer SPD-CDU Koalition. Die altbekannten Rufe: „Wer hat uns Verraten – Sozialdemokraten“ oder „Matschie  – Matschbirne“, die von Hauswänden am Jurgi-Gagarin-Ring widerhalten, waren nicht zu überhören. Auch nicht für die Jusos, deren Versuch diese Demo für sich zu vereinnahmen kläglich scheiterte. 

Ein beeindruckendes Bild bot sich: auf mehreren hundert Metern Länge zog sich der Demozug und sorgte zur besten Rush-Hour-Zeit für ein mega Verkehrschaos. Schließlich zogen die Demonstranten vor den Landtag, um dort in Hörweite der Politiker ihrem berechtigten Unmut Luft zu machen. (Mehr  im Parlamentsreport). Dort mögen die Forderungen nach gebührenfreier Bildung für alle bei Konservativen und Neoliberalen kein Gehör finden, aber es bleibt am Ende die Erkenntnis, dass friedliche, machtvolle Demonstrationen jederzeit möglich sind. Wut ist dafür genug vorhanden. Wenn die richtig kanalisiert wird, dann werden auch irgendwann die notwendigen Veränderungen kommen.