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Pflege braucht Held*innen

Zeichnung: 123comics

Das Thema Pflege ist noch wie vor ein ganze heißes Eisen. Mit dem Thüringer Pflegepakt will Rot-Rot-Grün jetzt den Pflegenotstand effektiv bekämpfen. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (DIE LINKE) erklärt wie Pflegeberufe wieder attraktiver werden und wie dem Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden kann.

Von Heike Werner

 

Eine gute und menschenwürdige Pflege geht uns alle an. Jede und jeder kann früher oder später pflegebedürftig sein und ist dann auf professionelle Hilfe angewiesen. Diese Hilfe kann nur von Menschen geleistet werden, die nicht erschöpft, überlastet oder selbst krank sind.

 

2016 lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Krankenpflegefachkräften in Vollzeit bei 2.975 Euro pro Monat. Altenpflegefachkräfte erhielten durchschnittlich 2.245 Euro. Pflegefachkräfte in Thüringen erzielen zwar mehr als in anderen ostdeutschen Flächenländern, doch weitaus weniger als im Westen. Dort lag der Durchschnittslohn für Krankenpflegefachkräfte bei 3.325 Euro monatlich, für solche in der Altenpflege bei 2.737 Euro.

 

Auch der Altenpflegesektor kämpft mit dem Verlust von Fachkräften. Ein wesentlicher Faktor ist dabei sicherlich das Image der Altenpflege. Für ein gutes Image, welches der Altenpflege einen neuen Aufschwung geben soll, bedarf es weiterer Anstrengungen. Aus diesem Grund gibt es den Thüringer Pflegepakt. Er unterstützt mit vier Projektgruppen  eine qualitativ hochwertige und wirtschaftlich angemessene Pflege im häuslichen Umfeld sowie im stationären Bereich, um demografische Herausforderungen  bewältigen zu können. Weiterhin soll gemeinsam das Image der Pflegeberufe, das Ausbildungsangebot, die Arbeitsbedingungen, die Entlohnung und die Pflegesätze weiterentwickelt werden.

 

Die thüringenspezifische Imagekampagne „Pflege braucht Helden“ geht auf die örtlichen und regionalen Bedarfe ein. Kernziel ist die Schaffung eines wertschätzenden positiven Images für Pflegeberufe, um künftig in Thüringen eine ausreichend qualifizierte Pflege sicherstellen zu können. Mittels unterschiedlicher Medien und Verteiler wird über das Berufsbild der Altenpflege in seiner Tätigkeitsvielfalt und seinen Entwicklungsmöglichkeiten informiert, um ein positives Bild des Altenpflegeberufs in der Öffentlichkeit zu fördern und Nachwuchs zu gewinnen.

Ein weiteres wichtiges Thema zur Erhaltung der Qualität im Altenpflegebereich ist die Fachkraftquote. Es gibt, nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels, auf Trägerseite Bestrebungen, die Fachkraftquote zu „flexibilisieren“ – also herabzusetzen bzw. den Fachkraftbegriff zu öffnen.

 

Die Rechtslage in Thüringen besagt, dass betreuende Tätigkeiten nur durch Fachkräfte oder unter angemessener Beteiligung von Fachkräften wahrgenommen werden dürfen. Hierbei muss jeder zweite Beschäftigte eine Fachkraft sein.

Bei dieser Fachkraftquote von 50 Prozent handelt es sich nicht um eine Maximal-, sondern um eine Mindestanforderung. Sie soll nicht unterschritten werden. Die Situation in der stationären Langzeitpflege ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen stetig steigt und ein Heimeinzug in höherem Lebensalter, oft begleitet von Multimorbidität und immer häufiger mit Demenz, stattfindet. Daraus ergibt sich für die Pflegenden in den Einrichtungen der stationären Langzeitpflege ein massiver Anstieg des pflegerischen Aufwands mit zunehmender Arbeitsverdichtung und Arbeitsbelastung. Den immer komplexer werdenden Problemlagen der Bewohnerinnen und Bewohner mit der Herabsetzung oder Auflösung der Fachkraftquote zu begegnen, wäre nicht zu verantworten.

 

Für eine menschenwürdige Pflege muss es unser Ziel sein, die Pflegeberufe zukunftsgerecht weiterzuentwickeln, attraktiver zu machen und Qualitätsverbesserungen vorzunehmen. Gute Pflege steht und fällt mit qualifiziertem, motiviertem und zufriedenem Personal. Hierbei sind insbesondere Verbesserungen bei der Vergütung und den Arbeitsbedingungen nötig.             Mehr zur Kampagne:

www.pflege-braucht-helden.de