Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Nach uns die Sintflut

Seit Monaten beherrschen Debatten um Flüchtlinge den medialen und öffentlichen Diskurs. Die größte Herausforderung, vor der die Menschheit steht, ist aber eine ganz andere: Der Klimawandel, besser gesagt, die Klimakrise, die schon bald zur Katastrophe werden wird. Das jetzt schon unerträgliche Sterben im Mittelmeer wird dann noch weiter potenziert werden. Der von Wissenschaftlern unlängst ins Spiel gebrachte Begriff „Heißzeit“ klingt angesichts dessen, was auf uns zukommt, schon fast verharmlosend.

Seit Monaten beherrschen Debatten um Flüchtlinge den medialen und öffentlichen Diskurs. Die größte Herausforderung, vor der die Menschheit steht, ist aber eine ganz andere: Der Klimawandel, aber besser gesagt, die Klimakrise, die schon bald zur Katastrophe werden wird. Das jetzt schon unerträgliche Sterben im Mittelmeer und anderswo wird dann noch weiter potenziert werden. Der von Wissenschaftlern unlängst ins Spiel gebrachte Begriff „Heißzeit“ klingt angesichts dessen, was auf uns zukommt, schon fast verharmlosend. Astronaut Alexander Gerst schickte Aufnahmen zur Erde, die zeigen, wie sich viele Flächen auf der Nordhalbkugel in kürzester Zeit von einem saftigen Grün in ein unangenehmes Braun verwandelt haben.

„Die diesjährigen Hitzewellen und Dürren zeigen: Der Klimawandel ist in vollem Gang. Darauf muss sich eingestellt und Maßnahmen ergriffen werden, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Erderhitzung zu reduzieren. Kurzfristige Hilfen an Landwirte und Kommunen wegen Ernteverlusten und Hitzeschäden sind zwar zu begrüßen, können aber grundsätzlich andere Weichenstellungen nicht ersetzen“, sagte die Sprecherin für Agrarpolitik und regionale Entwicklung der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Dr. Johanna Scheringer-Wright.

 

Bernd Riexinger, Bundesvorsitzender der LINKEN sieht das ähnlich: „Das System des Krisenkapitalismus zerstört durch massiven Raubbau die Lebensgrundlage der Menschen und seine Claqueure nehmen das entweder billigend in Kauf oder treiben diese Entwicklung mit der sprichwörtlichen ‘Nach uns die Sintflut-Haltung’ auch noch voran. Die Bundesregierung sitzt die längst überfällige Energiewende aus. Die Klimaziele für 2020 sind von der Bundesregierung spektakulärst verschlafen worden. Ich habe wenig Hoffnung für die Klimaziele 2030. Dabei hatte die Kanzlerin im September 2017 bekräftigt, das Klimaziel für 2020 noch erreichen zu wollen und somit Deutschlands Treibhausgas-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Jetzt ist sie davon abgerückt. Kohlekraft ist ein Klima-Killer, Deutschland braucht dringend ein CO2-neutrales Verkehrssystem. Aber wer Lobbypolitik betreibt, dem sind, wie immer, die Hände gebunden. DIE LINKE fordert ein Sofortprogramm mit schnellem Kohleausstieg und einem Fond zur Absicherung der Beschäftigten. Deutschland braucht ein Investitionsprogramm zum Ausbau des ÖPNV und eine spürbare Senkung der Fahrpreise, bis hin zum gebührenfreien ÖPNV.“

 

Solchen Forderungen schließen sich auch Johanna Scheringer-Wright oder Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund an. Scheringer belässt es aber – im Gegensatz zur einstigen selbsternannten Klimakanzlerin Merkel – nicht beim Reden, sondern beteiligte sich aktiv an der Demonstration für einen besseren Klimaschutz in Leipzig und unterstützte die Klimacamps im Leipziger Land.