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Kircheimer Toleranzgrenze gegen Neonazis

Erneuter Bürgerprotest in dem kleinen Ort in der Nähe von Arnstadt gegen rechtsextreme Propaganda- und Strukturarbeit am 11. Dezember, nachdem dem die beiden faschistischen Parteien DVU und NPD planen, sich zusammenschließen

Kirchheim hat die Nazis satt, drum stehn wir uns die Füße platt“ – mit diversen Sprechchören, einem gellenden Trillerpfeifenkonzert und einer Anti-Nazi-Toleranzgrenze aus Mülltonnen, Weihnachtssäcken und Schneemännern empfing ein breites Protestbündnis die vor allem alten Anhänger der rechtsextremen DVU aus der ganzen Bundesrepublik. Sie hatten sich am Adventssonntag, den 12. Dezember, in die bei Neonazis beliebte „Erlebnisscheune“ des beschaulichen Dörfchens im Ilmkreis verkrochen, um ihren Zusammenschluss mit der NPD zu beschließen.

In  Kirchheim ist man allerdings schon geübt, den ungebetenen braunen Gästen die rote Karte zu zeigen. So stehen bei den Gegen-Demonstranten der Bürgermeister des Gemeinde, Hans-Jürgen Langer (Freie Wählergemeinschaft), und das Kircheimer Bürgerbündnis in der ersten Reihe. Mit dabei der Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Jens Petermann, die Landtagsabgeordneten Martina Renner, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Sabine Berninger, Arnstädter Landtagsabgeordnete der Linksfraktion, Madeleine Henfling, Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Rüdiger Bender von der Erfurter AG Gegen Rechtsextremismus und andere Engagierte aus nah und fern.

Martina Renner dankte all jenen, „die menschenfeindlichen Ideologien durch ihren Protest die Stirn bieten. Damit werden wichtige Zeichen gesetzt, dass Rechtsextremismus auf bürgerschaftlichen Widerstand trifft und sich nicht ungehindert weiter ausbreiten kann“.  Die LINKE-Politikerin kritisierte, dass man, um sein demokratisches Grundrecht auf Gegenprotest wahrnehmen zu können, enorme Umwege nach Kirchheim in Kauf nehmen musste, da die Polizei den Veranstaltungsort weiträumig abgesperrt hatte.

DIE LINKE betonte die Notwendigkeit der Unterstützung einer engagierten Bürgerschaft in ihrem Kampf gegen den Rechtsextremismus. „Seit zwei Jahren ist die Kirchheimer ‚Erlebnisscheune’ Veranstaltungsort extrem rechter Organisationen und für rechtsextreme Konzerte und hat sich somit zu einem etablierten Treff der Vertreter einer menschenverachtenden Ideologie entwickelt. Es ist zu begrüßen, wenn die Einwohner Kirchheims dies nicht einfach hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen. Couragierte Bürgerinnen und Bürger machen dem offen mit den Rechtsextremen sympathisierenden und paktierenden Eigentümer der ‚Erlebnisscheune’ immer wieder deutlich, dass Rechtsextremismus hier keinen von Widerstand befreiten Rückzugsort in einer demokratischen Gesellschaft hat“, sagte Martina Renner.

Foto und Text: Annette Rudolph