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Kämpfen, bis sich etwas verändert

Am Anfang waren es nur wenige, die sich kurz vor Weihnachten auf dem Erfurter Anger in den kalten Wind stellten. Bei der zweiten Aktion im Januar waren es schon deutlich mehr, die sich lautstark für Klimaschutz einsetzten. Bei der Aktion am 8. Februar konnte keiner der Menschen, die in der Innenstadt ihrer Wege gingen, die Ansagen der Streikenden ignorieren.

 

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und andere Sprechchöre schallten immer wieder über den Anger. Anders als bei vielen Kundgebungen blieben immer mehr Menschen stehen, beobachteten die Szenerie und diskutierten. Viele, vor allem Ältere, haben leider die Brisanz des Themas noch immer nicht verstanden und argumentieren nach dem Motto: nach uns die Sintflut.

 

„Die industrielle Landwirtschaft verbraucht unglaublich viele Ressourcen und trägt zur Klimakatastrophe bei, obwohl eine nachhaltige Landwirtschaft das Klima schützen könnte“, erklärte Dr. Johanna Scheringer-Wright, die die solidarischen Grüße der Linkspartei- und Fraktion überbrachte. Sie dankte den jungen Leuten, dass sie in Erfurt sowie auch in Jena den Protest auf die Straße bringen und sich damit einreihten in die Protestwelle, die in vielen Städten in Deutschland und Europa für den Klimaschutz gerade stattfinden.  

 

Eine nachhaltige betriebene Landwirtschaft bei uns würde bedeuten, dass keine Urwälder mehr gerodet und keine Kleinbauern mehr vertrieben werden müssten, um billige Futtermittel für Europa anzubauen.  Auch andere Umweltfrevel, wie die Vermüllung unseres Planeten mit Plastik, welches  zunächst einmal unter Ausstoß von immensen Emissionen hergestellt würde, müssen dringend bekämpft werden.  Streiken für Klimagerechtigkeit sei genau der richtige Ansatz, auch wenn einige Schulleiter Sanktionen angedroht haben, erläuterte Johanna Scheringer. „Lasst euch davon nicht unterkriegen. Setzt euch für die richtige Sache ein“, rief die Landtagsabgeordneten den Streikenden zu. 

 

Was sind schon ein paar Stunden Unterrichtsausfall im Verhältnis zur Zerstörung unserer Lebensgrundlagen? Für konservative Politiker scheint die Schulpflicht wichtiger zu sein als Rettung der Welt. Aber vielleicht ist es auch nur die Angst vor der Rückkehr des politischen Streiks als friedliches Mittel des zivilen Widerstands. Was könnte, 100 Jahre nach der Ermordung Rosa Luxemburgs besseres passieren, als das diese Idee von Schülerinnen und Schülern wieder entdeckt wird? 

 

Bei aller Berechtigung mit Streiks Druck auf die Herrschenden auszuüben, gilt es dennoch auch für jeden einzelnen auf sich zu schauen, das eigene Konsumverhalten und den eigenen Lebenswandel kritisch zu hinterfragen. Der Rest ist kämpfen, bis sich endlich etwas zum Besseren verändert.          

 

th