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Friedenspanzer auf Tour

Syrien, Jemen, Ukraine oder Libyen sind nur einige der blutigen Kriege unserer Zeit. Deutsche Rüstungsfirmen verdienen kräftig mit und auch die Bundeswehr ist weltweit im Einsatz. Doch statt dem Aufrüstungsirrsinn Diplomatie und Abrüstungsinitiativen entgegenzusetzen, schießen sich die großkoalitionären Politiker auf das allgemeine Säbelrasseln ein. Mehr als genügend gute Gründe, um zwischen Eiersuche und Lammkarree auf einen der Ostermärsche in Thüringen zu gehen. 

 

 

Viele Jahre war Ohrdruf und der Marsch zum  Truppenübungsplatz die zentrale Aktion in Thüringen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnten zukünftig sogar die zurückgekehrten Wölfe statt Kampfpanzern und Killerdrohnen heimisch werden – Pustekuchen. Noch immer herrscht das Militär und dagegen demonstrierten auch in diesem Jahr wieder 100 Menschen am Karsamstag. 

 

Los ging es aber schon am Gründonnerstag in Erfurt. Die Landeshauptstadt ist seit einigen Jahren durch das Logistikkommando der Bundeswehr mitten ins Kriegsgeschehen gerückt. Immer wieder versucht das Militär auch mit großen Shows wie auf dem Domplatz, bei der Kinder gegen den ausdrücklichen Befehl der Verteidigungsministerin mit Waffen spielen, Jugendliche zu rekrutieren. Ein Zustand, der vor allem der Thüringer Friedenskoordination und der LINKEN überhaupt nicht schmeckt. Neben eigenen Ständen machte auch der „Friedenspanzer“ der Bundestagsfraktion – knallrot und mit verknotetem Kanonenrohr – Station auf dem Anger. 

 

Zuvor sorgte der schon in Gera und Jena für Gesprächsstoff mit Passanten. So unermüdlich der Einsatz von Menschen wie Ute Hinkeldein, Karin Schrappe, Matthias Weiß, Phillip Gliesing und vielen weiteren ehrenamtlich engagierten auch ist, so ernüchternd fällt bei aller Solidarität die Resonanz  aus. Zwar gab es viele gute Gespräche aber verglichen mit den „Fridays for Future“ oder den Demos zum „freien Internet“ werden wahrlich keine Massen erreicht. 

 

Das gilt auch für Jena, dem jüngsten Ostermarsch in Thüringen. Immerhin mehr als 100 waren es, die am Ostersamstag auf die Straße gingen. Neben der militärischen Forschung an der Uni, steht vor allem die Rüstungsparte von Jenoptik im Zentrum des Protests. Dagegen kämpft auch seit Jahren der in Jena ansässige Trägerkreis Rüstungskonversion.

 

Die Thüringer LINKE wissen die Friedensbewegten dabei an ihrer Seite:  „Wir stehen natürlich an der Seite der Thüringer Ostermarschbewegung. Und wenn es um Rüstungsindustrie geht, müssen wir uns auch in Thüringen Gedanken machen. Wir als LINKE lehnen Strukturpolitik für Ostdeutschland über mehr Militärstandorte ab, sondern wollen eine zivile Nutzung der bisherigen Standorte. Auch in der Industrie können Thüringer Unternehmen mit Rüstungskonversion einen Beitrag für eine friedlichere Welt leisten“, sagte die Landes- und Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow.