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2 Millionen Eichenpflänzchen

Foto: TMIL/Martin Gerlach

Im Kampf gegen die Waldkatastrophe steht Thüringen vor einer gigantischen Wiederaufforstungswelle. Auch deshalb besuchte Thüringens Forstministerin Birgit Keller (DIE LINKE) die Forstbaumschule von ThüringenForst in Breitenworbis.

 

Schon seit 16 Monaten sind die Thüringer Wälder vollständig im Katastrophenmodus. Das ist keine Panikmache, sondern die ungeschönte Aussage von ThüringenForst. Aktuell sind allein bei der Fichte bereits 1.372.200 Festmeter vom Buchdrucker-Käfer und rund 150.000 Festmeter vom Kupferstecher befallen. Hinzu kommen Trockenschäden von ca. 560.000 Festmeter  an der Buche und anderen Laubhölzern. Bisher ist mehr als die Hälfte der regulären jährlichen Einschlagsmenge als Schadholz angefallen, so die Informationen aus dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.

 Jetzt wird der Kampf gegen die Waldkatastrophe auf Hochtouren geführt. „Allein im Frühjahr 2019 wurden durch ThüringenForst über 180.000 Forstpflanzen auf Schadflächen im ganzen Land gepflanzt. Im Oktober und November 2019 sieht die Landesforstanstalt eine zweite verstärkte Wiederaufforstungswelle vor, aber das alles ist bei weitem nicht das, was wir noch vor uns haben. In Zukunft sprechen wir von Millionen Anpflanzungen“, kündigte Birgit Keller an. Allein in Breitenworbis stehen für 2020 zwei Millionen Eichenpflänzchen bereit, die jeweils im Frühjahr und im Herbst in den Waldboden gebracht werden. Damit soll die Strategie der Begrünung von Laub- und Laubmischwäldern vorangetrieben werden. 

Auch die Thüringer Staatskanzlei nimmt sich dem Problem an und kündigte für den 3. September eine Sondersitzung des Kabinetts zur Waldrettung an. Ministerpräsident Bodo Ramelow unterbrach sogar seinen Urlaub, um mit den Ministerinnen für Finanzen, Umwelt und Forstwirtschaft einen Aktionsplan zu beraten.

Während junge Bäume für die Aufforstung in großer Zahl bereit stehen, mangelt es aber an Fachkräften und auch an Geld.

Auch deshalb fordert Thüringens Forstministerin einen Waldgipfel, bei dem der Bund alle Länder einbezieht und gemeinsam geeignete Lösungen für die Waldrettung koordiniert. „Ich begrüße es, dass das Bundesforstministerium die Notlage im Wald erkannt hat und nun auch aktiv wird. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, dass beim Moritzburger Gipfel am 1. August nur die unionsgeführten Ministerien geladen waren. Die Waldschäden betreffen alle Länder und nehmen keine Rücksicht auf politische Eigeninteressen. Deshalb sollten wir uns alle gemeinsam zur Rettung unserer Wälder einsetzen und sie nicht zum Spielball für politische Interessen werden lassen“, fasste Birgit Keller zusammen. 

Angesichts der dramatischen Situation dürften selbst die größten Anstrengungen von Regierungen und Behörden nicht reichen. Hier sind alle gefordert, etwa mit Baumpatenschaften, die Katastrophe zu bekämpfen. Sonst wird aus dem grünen Herz bald eine braune Wüste.                            

 th