Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Renau-Mosaik strahlt wie noch nie

Am 3. Dezember wurde das Renau-Mosaik am Moskauer Platz in Erfurt mit einer großen Party offiziell eingeweiht und erstrahlt in ganz neuem Glanz.

Nach der Wende wurden überall im Osten die erst in den 70er und 80er Jahren entstandenen Neubaugebiete zurückgebaut. Verfall, Leerstand, Tristesse beherrschten die Szenerie. So auch im Wohngebiet  Moskauer Platz in Erfurt. Mit den Platten“ verschwand das Kultur- und Freizeitzentrum, um Platz für ein modernes Einkaufzentrum zu machen. 

 

Für das große Renau-Mosaik,  „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“, das die Fassade des „Kufz“ schmückte, interessierte sich damals kaum noch jemand. Erst kurz bevor die Bagger anrollten, wurde nicht nur den Anwohnern bewusst, welches Kunstwerk kurz vor der unwiederbringlichen Zerstörung stand, bekannte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Weil viele Bürgerinnen und Bürger das so sahen, gelang es, das Mosaik zu retten und zu restaurieren. Das „Wunder der Finanzierung“, wie es Bodo Ramelow nannte – es geht immerhin um 800.000 Euro – geht voll auf das Konto der Wüstenrot-Stiftung. 

 

Das 7 mal 30 Meter große, aus  70.000 Glasfliesen bestehende Mosaik ist „etwas sehr Besonderes“, betonte der Ministerpräsident, der vor 30 Jahren seine erste Ost-Wohnung am „Moskauer“ bezog und im „Kufz“ seine erste Jugendweiherede hielt. Bedrückend war es nicht nur für ihn zu erleben, wie das Stadtbild prägende Kunstwerke, so auch am „Zentrum-Warenhaus“, einfach im Müll landeten. 

 

Der Maler, Grafiker und Fotomontagekünstler Josep Renau (1907 – 1982) kämpfte im spanischen Bürgerkrieg für Demokratie und Republik. Der bekennende Kommunist siedelte 1958 in die DDR über. Dort malte er aber nicht für das ZK, Partei oder Kunstkritiker, sondern für die Leute, die sich nicht für Malerei interessierten. Kunst müsse zu den Menschen kommen. Diese Haltung Renaus war auch für die Wüsten Rotstiftung die größte Motivation, wie Geschäftsführer Philip Kurz betonte. 

Zur offiziellen Einweihung kamen hunderte Menschen. Bei der „Streetparty with Bratwurst and Glühwein“, wie die  Kunstzeitung „the art newspaper“ ankündigte,  waren Speisen und Getränke sowie kleine Mosaike als Kühlschrankmagneten sogar kostenlos. 

 

100 Jahre soll das Mosaik, das nachts hell beleuchtet wird, halten. Dass es so weit kam, ist neben der   Wüstenrot-Stiftung vor allem den von Anwohnern gegründetem Renau-Verein zu verdanken. So ist die Auferstehung des Renau-Mosaiks nicht nur ein großer Tag für die Kunst, sondern auch für erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement.                                               

th