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Ein Weltenerfahrener vom Rennsteig

Arzt, Schriftsteller und Verleger: Dr. Dietmar Beetz feiert am 6. Dezember seinen 80. Geburtstag

Von Werner Voigt 

 

 

Abenteuer der Wirklichkeit hinterm Horizont

 

Den Namen habe ich 1970 erstmalig gelesen. In der „Neuen Deutschen Literatur“ stand ein spannungs- und liebevolles Porträt von Erfurt, wo er vor mehr als 55 Jahren „angekommen“ war, als junger künftiger Arzt. Nicht, um nur zu praktizieren. Ihn, Sohn eines Handwerkers und einer musischen Mutter in Neustadt am Rennsteig, reizte schon als Kind der Blick in die weite Welt und die Abenteuer der Wirklichkeit hinterm Horizont. (Biografie „Kaleidoskop in b.“, 2008). Und Mitte der sechziger Jahre auf einem Schiff der DDR-Hochseefischfangflotte zwischen Ostsee und Westatlantik. Sehr harte Arbeit. Nachzulesen in „Arzt im Atlantik“ (1971). Ein packender Briefe-Roman. Ihm folgten in den Siebzigern Berichte und Märchen aus Guinea-Bissau (Westafrika) und ein Gedichtband „Skalpell und Sextant“ mit Versen voll Experimentierlust, Satire, Ironie. 

 

Geschichten aus der Zeit der kolonialen Unterdrückung

 

Dietmar Beetz erhielt 1977 den angesehenen Louis-Fürnberg-Preis des Rates des Bezirkes Erfurt. Schritt um Schritt erweiterte er in den achtziger Jahren den Radius seiner literarischen Genres, schrieb Kriminal- und Abenteuerromane sowie Kinderbücher. Wobei oft Geschichten aus der Zeit der kolonialen Unterdrückung und Ausbeutung der Völker Mittel- und Südafrikas im Mittelpunkt standen: „Späher der Witbooi-Krieger“, „Oberhaupt der Herero“, „Flucht vom Waterberg“ unter anderem gehört auch zur deutschen Geschichte.

 

Nach 1989: Splitter nackt in Geldgier und Verlogenheit.

 

 

Nach 1989 arbeitete Beetz weiter als Arzt und Schriftsteller. Unter erschwerten Bedingungen, wie viele DDR-Autoren. Er sah sich fortan als „Einspänner“, schuf Nachdichtungen von Lyrik der litauischen Dichterin Zita Mazeikaite,  schrieb kurze Prosa entdeckte die japanische Versform der „Haiku“ für sich, um scharfe zeitgenössische Aphorismen zu formen (inzwischen 35 Bändchen!), ja er gründete einen eigenen Verlag, Edition D.B. Hauptthema: die Nachwende-Welt (Splitter nackt) in Geldgier und Verlogenheit.

 

 

Auch auf anderen Kontinenten gelesen

 

Dietmar Beetz wird nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch auf anderen Kontinenten gelesen. Er hat zudem neuen Autoren ans Licht der Öffentlichkeit verholfen, zum Beispiel mir mit „Kindheit in Halberstadt“ (2004, 5 Auflagen) und anderen Neueinsteigern. Leser- Glückwünsche für weitere Editionen! 

 

Zu Bestellen gibt es alle Bücher auf: https://edition-digital.de/beetz/