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Ein außergewöhnliches Festival

Weidenrutenpalast: Mitten im Grünen befindet sich die Hauptbühne. Architekt Marcel Kalberer orientierte sich an den ältesten Bauweisen der Menschheit.

Das Auerworld-Festival ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Das kleine Örtchen Auerstedt im Weimarer Land wird eher mit dem Gemetzel zwischen preußischen und französischen Truppen von 1806 als mit glücklich tanzenden Hippies verbunden. Nicht so vom 27. bis 29. Juli. Schon nach den ersten Metern auf dem Festvialgelände wird deutlich: Das Auerworld ist kein gewöhnliches Musikfestival, von denen es auch in Thüringen viele gibt.

Das Auerworld-Festival ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Das kleine Örtchen Auerstedt im Weimarer Land wird eher mit dem Gemetzel zwischen preußischen und französischen Truppen von 1806 als mit glücklich tanzenden Hippies verbunden. Nicht so vom 27. bis 29. Juli. Schon nach den ersten Metern auf dem Festvialgelände wird deutlich: Das Auerworld ist kein gewöhnliches Musikfestival, von denen es auch in Thüringen viele gibt. Eine kleine Ausstellung regt zum Nachdenken über die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer an. Naturschutzorganisationen wie die Naju, der Jugendverband des NABU, informierten über selbstgemachte Zahnpasta oder Naturkosmetik und boten Naturentdeckertouren für die zahlreichen Kinder an. In einem Zelt diskutierte eine Gruppe über die Aktionen zum Kohleausstieg – durchaus kontrovers, aber in sehr angenehmer Atmosphäre. Das noch  junge Bündnis „Jugend gegen Rechts Jena“ informierte über seine Aktivitäten. Außerdem gab es ein Zelt, vor dem die gesammelten Werke diverser Anarchisten zum entspannten schmökern und diskutieren im Grünen einluden. Auch beim Essen und Trinken wurde der Name Auerworld (ein Wortspiel aus dem Ort Auerstedt und dem englischen our world – unsere Welt) in die Tat umgesetzt. Wo sich die Gelände bei anderen Festivals in riesige Müllhalden verwandelten, galt hier schon immer das Zero-Waste-Prinzip. Wer eine vegane Bio-Pizza aus dem extra für das Festival errichteten Lehmofen genießen wollte, musste seinen eigenen Teller mitbringen. Zu einem guten Festival gehört, a la Woodstock, auch ein kräftiges Gewitter. Nach zwei Stunden des Ausharrens, spielten diverse Bands wie Weimarer Combo Majofran bis zum Morgengrauen. Anschließend ging es mit Electrogeschranzel weiter. Selbst um 6:00 Uhr in der Frühe tanzten immer noch etwa 50 Unentwegte dem jungen Tag entgegen. Andernorts würden die von dem 180 Beats pro Minute genervten Anwohner vermutlich auf die Barrikaden oder zum Winkeladvokaten gehen. Nicht so in Auerstedt. Alle Einheimischen haben freien Eintritt. Die meis-ten schauten gerne vorbei und einige feierten sogar mit. Wer will angesichts solcher Ereignisse unter Wetterlagen wie in Italien oder Spanien noch in die Ferne schweifen? Toskana des Ostens, wird die Region um das nahe Bad Sulza auch genannt. Warum eigentlich? Auerworldfestival oder Thüringer Wein müssen sich bestimmt nicht verstecken. Statt Toskana des Ostens wäre Paradies Thüringens wohl der treffendere Name. Mit dem Zug, der 2-mal die Stunde fährt, sind sie von Erfurt aus übrigens in etwas mehr als 30 Minuten da.

th