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Die Kräfte bündeln

Alles muss man selber machen! Aber eine solidarische Bewegung kann nur funktionieren, wenn etwas gemeinsam getan wird.

Die DIY-Demo mit anschließendem "Hood not Kiez" Fest zeigte, wie es funktionieren kann.

 

 

Von Christine Schirmer

 

Klimagerechtigkeit, Antirassismus, Antifaschismus, Feminismus und Antikapitalismus:  das Bündnis „Alles muss man selber machen“ hat sich große Ziele gesetzt. Bestehend aus Vertretern von Fridays for Future Erfurt, Seebrücke Erfurt, AntiRa Campus Erfurt sowie zahlreichen weiteren Initiativen und Projekten wird seit der erfolgreich gemeinsam organisierten Demo zum 1. Mai diesen Jahres versucht, die Kräfte zu bündeln.

 

Insbesondere vor der Landtagswahl fanden in diesem Rahmen einige Veranstaltungen statt, wobei die Demonstration  hervorzuheben ist: Etwa 1.000 Teilnehmende protestierten in der Erfurter Innenstadt für eine solidarische Gesellschaft und bewiesen durch das breit gefächerte inhaltliche Programm, dass Solidarität mehr als ein Begriff ist. Neben dem zentralen Aspekt des Umweltschutzes wurde eine Schweigeminute vor der Erfurter Synagoge abgehalten, um dem rechtsradikalen Anschlag von Halle zu gedenken und auf die mangelhafte Aufarbeitung  aufmerksam zu machen.

Im Anschluss an die Demonstration fand – bereits zum dritten Mal – das Fest „Hood not Kiez“ im Erfurter Norden statt. 

 

Hierbei stand insbesondere die Vorstellung der verschiedenen politischen und kulturellen Freiräume und Projekte im Stadtteil Ilversgehofen im Vordergrund. Gemäß der „Kampagne für Selbstermächtigung, Solidarität und ein gutes Leben für alle“ waren sämtliche Angebote in Eigenregie organisiert und richteten sich an ein bunt gemischtes Publikum. Der Stadtteil zeichnet sich insbesondere in den letzten Jahren mehr und mehr durch zahlreiche alternative Veranstaltungsorte und spannende Events aus, die den Fokus Interessierter auf den ansonsten weniger im Zentrum stehenden Stadtteil lenken.

 

Beteiligt an dem Fest waren AJZ,  Saline 34, veto, Stattschloss, Klanggerüst e.V., Frau Korte sowie die Ilvers Musikbar. Neben Konzerten, fanden eine Feuershow, eine Lesung im Rahmen des Buchprojektes „Haymatlos“, ein Kneipenquiz, Improtheater und Poetry Slam sowie Workshops zu Themen wie Seenotrettung oder auch Upcycling statt. Da die meisten Pro- grammpunkte kostenlos waren und nur für wenige ein kleiner Betrag gezahlt werden musste, kann man tatsächlich von einem völlig unabhängigen Event sprechen, das nicht nur in Selbstverwaltung organisiert wurde, sondern auch solidarisch mit allen Interessierten stattfand. Auch die bereits im Namen der Veranstaltung angedeutete Thematik der Gentrifizierung schwang in sämtlichen Aktionen mit.  Ilversgehofen widersetzt sich diesem Trend  erfolgreicher als andere Viertel, aber erste Anzeichen des Wandels sind erkannbar. Das Einstehen für die „Hood“ ist in diesem Kontext von größter Relevanz, um weiterhin alle Facetten des alltäglichen Lebens gewährleisten zu können. 

 

„Alles muss man selber machen“ wird in nächster Zeit noch von sich hören lassen. Neben einer Beteiligung an den Alternativen Einführungstagen sind weitere Demonstrationen und Veranstaltungen in und um Erfurt geplant. Doch nicht nur das. Das Bündnis bietet Unterstützung bei der Planung und Durchführung von anderen Aktionen an, wozu auch Öffentlichkeitsarbeit, Aktionstrainings sowie die Vermittlung von Kontakten zählen.