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DDR-Geschichte in Apolda

Neue Ausstellung zeigt: Die DDR-Massenorganisation Gesellschaft für Sport und Technik war weit mehr als nur eine Institution für vormilitärische Ausbildung. Viele Freizeitaktivitäten wie Motorsport oder Fallschirmspringen wären ohne sie nicht möglich gewesen

Die Dauerausstellung „olle DDR“ ist ein Stück Vergangenheit mit über 1.200 Exponaten. Sie soll zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregen, indem die Geschichte des DDR-Alltags illustriert wird. Alles, vom ATA-Päckchen bis zum Schul-Zeugnis, ist thematisch eingeordnet. Kein Sammelsurium, sondern ein Abbild des Alltages in der Ganzheit des real existierenden Sozialismus, das so manche längst vergessene Erinnerung wieder aufleben lässt. Neben einer nachgestalteten Neubauwohnung, kann man auch das Büro eines  Parteifunktionärs besichtigen. Die Ausstellung gibt alles in allem einen eindrucksvollen Einblick in das frühere DDR-Alltagsleben – stilecht in einer Original-Mehrzweckbaracke aus DDR-Zeiten untergebracht – ein anschaulicher Beleg, wie der Mikrokosmos DDR sich um sich selbst drehte.  

Die derzeit noch bis Ende des Jahres parallel dazu laufende Sonderausstellung über die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) legt Zeugnis von einer der wichtigsten gesellschafts-politischen Einrichtungen in der ehemaligen DDR ab. Zwar sollte die GST vor allem der wehrsportlichen Erziehung und vormilitärischen Ausbildung von Jugendlichen dienen, wobei man nicht außer Acht  lassen sollte, dass diese Organisation auch zur Militarisierung der DDR beigetragen hatte, indem sie u. a. die gesetzlich vorgeschriebene vormilitärische Ausbildung zusammen mit der Nationalen Volksarmee an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchführte. Auch nicht vergessen sollte man, dass ohne diese Teilnahme in der Regel der Zugang zu Studium und Berufsausbildung versperrt war. So nimmt es denn nicht wunder, dass fast alle jungen Männer und Frauen mit der GST zwangsläufig in Kontakt kamen. Doch nicht allein darin beschränkte sich die Funktion der Gesellschaft für Sport und Technik. In der GST Mitglied zu sein, bot vielen die Gelegenheit und Möglichkeit ihrem Hobby nachzugehen, es ausleben zu können: Fallschirmspringen, Motorsport und Modellbau waren sehr begehrt. So konnte man beispielsweise auch kostengünstig, ohne längere Wartezeiten, die Fahrerlaubnis erlangen. Die GST wurde 1952 als Massenorganisation für sportlich und technisch interessierte Bürgerinnen und Bürger gegründet und im Frühjahr 1990 aufgelöst.


Kontakt:

Museumsbaracke „olle DDR“

99510 Apolda

Bahnhofstraße 42 (gleich hinter dem Kunsthaus)

Telefon: 03644 – 560021

Öffnungszeiten:

von April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr – 18:00 Uhr

November bis März: Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr – 17:00 Uhr Uhr.

Fotos und Text:

Reiner von Zglinicki