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Feminismus und Pornografie

Die Initiative PorYes will dem klassischen Bild der passiven Frau als dem Mann untergeordnetes Objekt etwas entgegensetzen.

Feministische Konzepte in der Pornografie. Das ist ein fast zeitloses Thema, worüber so ziemlich jeder sprechen könnte und wir sollten es wirklich mehr tun. Pornografie ist für jüngere Teenager schon lange kein Tabu oder eine einmalige spaßige Grenzüberschreitung mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Celine Heß

 

Feministische Konzepte in der Pornografie. Das ist ein fast zeitloses Thema, worüber so ziemlich jeder sprechen könnte und wir sollten es wirklich mehr tun. Pornografie ist für jüngere Teenager schon lange kein Tabu oder eine einmalige spaßige Grenzüberschreitung mehr. Diverse Videos sind für jeden, der einen Internetanschluss besitzt und verstanden hat wie die Tastatur funktioniert (oder das Touchpad), frei zugänglich und die Altersbeschränkung ist ein Witz. Häufige Bilder und Praktiken, die gezeigt werden sind besonders vor dem Entdecken der eigenen Sexualität problematisch, denn sie sind nicht nur sexistisch, sondern vermitteln zudem ein unrealistisches Bild von Intimität und einvernehmlichem Sex – Probleme, denen aufgrund der #MeeToo–Kampagne nun endlich wieder medial die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sie brauchen. 

Alice Schwarzer, Begründerin der Frauenzeitschrift Emma, rief 1987 die PorNo-Kampagne ins Leben um ein Anti-Porno-Gesetz zu etablieren, um genannte Gefahren damit zu bekämpfen. Die Zeitschrift und viele andere Feminist*innen fordern noch immer ein klares Verbot, doch kann ein Verbot hier wirklich die Lösung sein? Diese Frage stellen sich weltweit Frauen*  einer noch relativ neuen Initiative, die PorYes-Bewegung. Sie leugnen nicht die schwerwiegenden Probleme und Auswirkungen des Mainstream-Pornos auf unsere Gesellschaft, halten Repressionen auf dem Gebiet jedoch nicht für die Antwort. „Wir wollen den Erotik-Filmmarkt revolutionieren“, sagt Sexpertin und Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Laura Méritt. Im Rahmen des PorYes-Awards, der alle zwei Jahre in Berlin verliehen wird. Dabei werden Produzentinnen dafür ausgezeichnet, dass sie Diversität aufzeigen und dem klassischen Bild der passiven Frau als dem Mann untergeordnetes Objekt etwas entgegensetzen. Das Ganze ist eine Gegenbewegung zu mehr oder weniger veralteten Denkweisen, die Filme sind eine Alternative zum Sexismus in der Mainstream-Pornoszene und zeigen eine progressive Art auf, Sexpositivismus zu etablieren und das nicht nur für Heteromänner. Wichtige Kriterien für solch eine Auszeichnung: Das Aufzeigen einer Vielfalt von sexuellen Ausdrucksweisen und Geschlechtsidentitäten jenseits des Stereotyps mit dem Fokus auf weibliche Befriedigung, eine hauptsächlich von Frauen geleitete Produktion sowie faire Bezahlung der Darsteller*innen. Es geht dabei neben dem Spaß auch um eine neue Art der sexuellen Aufklärung. Die sexpositive Bewegung weigert sich, nur den Zwang zu sehen und will auch die individuelle sexuelle Freiheit in dieser Diskussion betonen.

Es lassen sich grundsätzlich drei Merkmale von ihr dabei festhalten: 


1. Sexuelle Freiheit ist Bestandteil allgemeiner Freiheitsbestrebungen.
2. Einvernehmliche sexuelle Aktivitäten zwischen Erwachsenen bedürfen keiner Regelung und keiner Bewertung von außen.
3. Sex ist keine Naturgewalt, sondern genauso wie Geschlecht und Identität konstruiert.

Mehr dazu: www.poryes.de