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Plausch am „Paradeiser“-Beet

Buchhändlerin Christiane Mock hat mit allerlei Früchten die Herzen zukünftiger Stadtgärtner erreicht. Foto: Stadtverwaltung Erfurt, V. Gürtler

„Es ist immer noch Erntezeit“, sagt Christiane Mock, Patin dreier Hochbeete, nicht ohne Stolz. Vor ihrer Buchhandlung in der Magdeburger Allee hatte sie im Frühjahr die fruchtbare Erde mit allerlei Essbaren bepflanzt, hatte sich mit Freude und aus Überzeugung in den glühend heißen Sommerwochen gemeinsam mit Nachbarn, Leuten aus dem Viertel und ihren Kunden um das essbare Grün vor der Ladentür gekümmert.

 

 

An diesen Beeten konnten alle dann im Sommer nicht nur die Erbsen ernten, sondern auch so manche Fachsimpeleien starten. Und der Austausch zwischen den Gardening-Freunden aus der Andreasvorstadt hält bis heute an. Das ist auch kein Wunder, weil noch immer so manche Stangenbohne zu finden ist… Nur die Zucchinipflanzen wollten dieses Jahr nicht recht wachsen. Dafür hängen die Tomatenpflanzen noch voller Früchte. Christiane Mock hatte sich für die Johannisbeertomaten entschieden, eine robuste Wildform mit kleinen, sehr leckeren Früchten. Mit Letzeren hatte sie immer wieder Passanten und ihre Bücherfreunde erfreut, weil sich die leckeren „Paradeiser“, wie man die Tomaten in Österreich nennt, in den Gärten der Stadtgärtner immer wieder selbst aussäen können. Passende Kräuter, wie das Basilikum oder den Salbei, finden sich in den Beeten der Buchhändlerin gleich neben den roten Johannisbeertomaten. „Schädlinge und Krankheiten traten im Laufe des Jahres kaum auf und auch die Schnecken haben zum Glück nicht den Weg hinauf in die Hochbeete gefunden", freut sich Christiane Mock, auch die von ihr gefürchtete Braunfäule der Tomaten blieb aus.

 

An den nicht weit von der Magdeburger Allee entfernten Standorten in der Geschwister-Scholl-Straße hingegen gab es zunächst eine regelrechte Blattlausplage, die aber zum Spätsommer dank zahlreicher Marienkäfergenerationen, die sich davon ernährt haben, zurückgegangen ist. Beide Standorte, wie auch die anderen Hochbeete in der Stadt zeigen eindrucksvoll, auf welche Weise das Projekt „Essbare Stadt“ im Allgemeinen und im Besonderen dazu beigetragen hat, die Artenvielfalt und Biodiversität im urbanen Raum zu erhalten bzw. zu erhöhen.

 

Christiane Mock jedenfalls möchte das Projekt im nächsten Jahr gern fortsetzen, weil es niemand mit der Ernte „übertrieben“ hat. Gern will sie auch die angrenzenden Baumscheiben mit einbeziehen, weil das Gießen der Unterpflanzung auch den Bäumen zugute kommt. Demnächst wird sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Stadtrat und den Akteuren der LAGUNE (Lokale Aktionsgruppe Urbanes Naturerleben), all den Paten, wie Christiane Mock und weiteren Interessenten, über das weitere Vorgehen abstimmen.

 

Sybille Glaubrecht