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Nicht nur gnadenloser Konsum

An einem Tag im Dezember hat sich in Erfurt die schöne Tradition des fairen Adventsmarktes etabliert. Am 1. Dezember hatten mehrere dutzend Organisationen und einige Unternehmen ihre Stände in der Ruine der Barfüßerkirche aufgebaut. Hier ging es nicht nur um das eigene Wohl, sondern auch das anderer Menschen und das der Natur.

Alle Jahre wieder wird in der Weihnachtszeit bei zu vielen Menschen jedes Maß an Zurückhaltung über Bord geworfen. Das Fest der Liebe und des Friedens verkommt zu einem reinen Festtag des Kommerz und Konsumismus. Wer zu dieser Zeit in die Erfurter Innenstadt geht, muss aufpassen, nicht von gierigen Konsumtouristen über den Haufen gerannt zu werden. Zwischen Glühwein, Flachbild-TV und neuestem Smartphone wird sich dann noch kurz über „Rupfi“, den übergroßen, aber kahlen Baum auf dem Weihnachtsmarkt am Domplatz echauffiert. Gedanken an knappe Ressourcen, den Klimawandel, mit dem Rupfis Kahlheit in Verbindung stehen könnte, oder gar an jene Menschen, denen es nicht so gut geht wie vielen hierzulande, werden dagegen kaum verschwendet. Aber es geht auch anders.

 

An zumindest einem Tag im Dezember hat sich in Erfurt die schöne Tradition des fairen Adventsmarktes etabliert. Am 1. Dezember hatten mehrere dutzend Organisationen und einige Unternehmen ihre Stände in der Ruine der Barfüßerkirche aufgebaut. Hier ging es nicht nur um das eigene Wohl, sondern auch das anderer Menschen und das der Natur. Organisationen, die hier Geflüchteten helfen und die in Afrika Entwicklungshilfe leisten, stellten sich vor. Der Wille zu einem fairen Welthandel war ebenso an vielen Ständen zu spüren wie der Wunsch, Produkte aus der Region, statt aus Übersee zu kaufen. Das gilt nicht nur, aber ganz besonders für das Essen. Gerade an den Feiertagen erreicht die Menge an sinnlos weggeworfenen Lebensmitteln neue Rekordwerte. Dagegen kämpft die Erfurter Food-Sharing Gruppe. Die Aktiven sammeln und verteilen Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber noch verzehrt werden können, und bieten sie zum kostenlosen Mitnehmen an.

 

Nicht nur was die Aussteller angeht ist der faire Adventsmarkt ein echtes Erfolgsprojekt. Organisator Fank Mittelstädt schätzt, dass er nächstes Jahr sogar noch größer wird. Dazu wird man aber eine neue bzw. zusätzliche Fläche brauchen, denn schon dieses Mal war das Gedränge fast so groß wie auf dem großen Weihnachtsmarkt, aber mit einer deutlich angenehmeren Atmosphäre, bei der nicht nur der gnadenlose Konsum im Mittelpunkt steht.

th