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Mehr Geld für Schienen, weniger für Rüstung

Seit 1990 sind in Deutschland bundesweit 6.467 Kilometer Bahnstrecke stillgelegt worden. Das entspricht in etwa der Größe des österreichischen Schienennetzes. Das geht aus der Antwort der Bundestagsfraktion DIE LINKE auf eine Anfrage von Dietmar Bartsch sowie aus der Statistik des Eisenbahnbundesamtes hervor.

Bund als Eigentümer hat versagt

 

„Der Bund als Eigentümer hat diese Bilanz des Scheiterns politisch zu verantworten und steht in der Pflicht, den Kurs zu ändern. Die Stilllegungen waren vielerorts ein schwerer Fehler. Wir brauchen über den Zerfall des Landes in abgehängten Regionen nicht reden, wenn den Menschen in der Fläche Bahnverbindungen und Mobilität genommen werden. Gerade im Osten wurde überproportional stillgelegt“, kommentierte Dietmar Bartsch die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf seine Anfrage. 40 Prozent der Stilllegungen fanden in Ostdeutschland statt. 2.623 Kilometer und damit relativ gesehen deutlich mehr. Das entspricht ungefähr dem gesamten Schienennetz der Niederlande. 

 

LINKE für Rückkehr der Bahn in die Fläche

 

Dabei hatte jede Bundesregierung der letzten Jahrzehnte sich stets auf die Fahnen geschrieben, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Bis auf die neuen ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken haben sie  aber so gut wie nichts gehalten. Dietmar Bartsch fordert von der Bundesregierung, namentlich von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), ein Reaktivierungsprogramm für stillgelegte Bahnstrecken vorzulegen. „Die Koalition will laut Koalitionsvertrag die Fahrgastzahlen bis 2030 verdoppeln. Dafür brauchen wir die Rückkehr der Bahn in die Fläche für den Zusammenhalt der Gesellschaft und für den Klimaschutz. Mehr Geld für die Schiene und weniger für Rüstung“, so der Fraktionsvorsitzende.

In Thüringen würden viele es gerne sehen, wenn die stillgelegten Bahnstrecken Pfefferminzbahn (Straußfurt-Sömmerda-Großheringen) und die  Höllentalbahn (Triptis-Marxgrün) wiederbelebt würden. Auf der Pfefferminzbahn fahren bereits seit einiger Zeit wieder einige Personen- und Güterzüge. Trotzdem ist die Zukunft der Strecke noch ungewiss.  Die Höllentalbahn würde nicht nur Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow gerne wieder beleben. Dazu müsste aber auch der Freistaat Bayern mitspielen. 

 

Vorbild Rennsteig-Shuttle 

 

Wie sinnvoll solche Streckenreaktivierungen sind, zeigt das Rennsteig- Shuttle von Ilmenau zum Bahnhof Rennsteig. Die Züge sind gut gefüllt, an Feiertagen wie Himmelfahrt sogar überfüllt, so dass viele Menschen enttäuscht auf den Unterwegsbahnhöfen zurück bleiben. 

Strecken wie die von Ilmenau nach Großbreitenbach oder die längst in Vergessenheit geratene Erfurter S-Bahn (Erfurt-Nottleben) lassen sich dagegen nicht mehr beleben, denn die Gleise wurden abgebaut. Auf der Trasse nach Großbreitenbach wurde immerhin ein Radweg errichtet und somit wenigstens noch ein kleiner Beitrag für die Verkehrswende geleistet.                                                  

th