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Klimaschutz statt Kohle

Zeichnung: Gerhard Mester / Solarenergie-Förderverein Deutschland CC BY 4.0.

Vor einigen Jahren gehörten Klimaschutz und Energiewende zu den Top-Themen. Durch die Proteste für den Erhalt des Hambacher Forstes und den Ausstieg aus der Kohle ist es wieder etwas lauter geworden um dieses wichtig Zukunftsthema. So komplex und wichtig die Energiefrage ist, so viel Unsinn wird erzählt. Maßlos überhöhte Zahlen von zerhackten Vögeln durch Windräder, endloses Gejammer der Konzerne über die hohen Stromkosten und jede Menge Hokuspokus über die neuen Stromtrassen Suedlink und Suedostlink, die auch durch Thüringen führen könnten.

Für den LINKEN Bundestagsabgeordneten Ralph Lenkert aus Jena gibt es überhaupt keinen Zweifel: Für die Energiewende brauchen wir die Trassen nicht. Unermüdlich tourt er seit Jahren durch das Land, erläutert akribisch die Zusammenhänge und unterstützt regionale Gruppen und Initiativen, die gegen die Trassen kämpfen.

 

Die Zahlen und Fakten oder Phänomene wie die Dunkelflaute, sind für Laien nicht so einfach zu begreifen. Leichter ist es, die polit-ökonomischen Hintergründe zu verstehen. Den Netzbetreibern wie „50Hertz“ oder „TenneT“ werden neun Prozent Rendite bei Neuinvestitionen garantiert. Aber darüber spricht kaum jemand, außer Ralph Lenkert. Und weil der Suedlink-Bau per Gesetz vorgeschrieben ist, hat der Investor Anrecht auf Entschädigung, sollte das Projekt doch nicht verwirklicht werden. Das kritisiert Lenkert zwar, hält es aber für hinnehmbar, wenn der Suedlink scheitern sollte.

 

Die Kosten des gesamten Stromnetzausbaus beziffert Lenkert auf 33 Milliarden Euro. Blechen müssen dafür die Stromkunden über die Netzentgelte, die die Stromkonzerne auf die Kunden umlegen: 35 Euro pro Verbraucher. DIE LINKE und Ralph Lenkert fordern deshalb, dass Stromhändler, die die Energie an der Börse handeln, auch die Transportkosten bezahlen sollen. Der Bundestagsabgeordnete kritisierte außerdem, dass viele produzierende Großunternehmen, z.B die Autoindustrie, deutlich weniger Netzentgelte zahlen als etwa der Mittelstand oder Handwerker. Kurzum: Von geplanten Trassen profitieren nur wenige, zahlen müsse aber alle und den Schaden haben vor allem die Menschen auf dem Lande, deren Natur zerstört wird. Außerdem drohen für alle, die nahe an den Masten wohnen, gesundheitliche Schäden.

 

Besonders perfide wird die ganze Sache, wenn man bedenkt, dass durch diese Leitungen auch Atom- und Kohlestrom fließen könnten. Das ist als würde man einen ICE von einer Dampflok ziehen lassen. Und dafür muss mit dem Hambacher Forst, oder was davon übrig ist, einer der letzten deutschen Urwälder weichen.

 

Immerhin: per Gerichtsentscheid wurde die Rohdung vorerst gestoppt. Das ist ein Erfolg für die seit Monaten anhaltenden Proteste „hambi bleibt“. Ohne den hätte es das Urteil von Münster nicht gegeben, das RWE die Rodung vorläufig verbietet.

 

Das sollte auch den Menschen Mut geben, die in Süd- und Ostthüringen gegen die teuren und unnötigen Trassen kämpfen. Zumal die rot-rot-grüne Landesregierung fest an ihrer Seite steht. Infrastrukturministerin Birgit Keller verspricht, gemeinsam mit Umweltministerin Anja Siegesmund gegen die Pläne der Vorhabenträger vorzugehen.

 

 

Lesen dazu auch: „Mit vereinten Kräften“. Interview mit Birgit Keller.