8. Mai 2018

An Marx orintieren kann uns nur voran bringen

Am 5. Mai 1818 wurde Karl Marx geboren. Hier schaut er der LINKEN Landes- und Fraktionsvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow bei der Arbeit zu. Foto: Peter Lahn

Von Susanne Hennig-Wellsow 

 

Zum 200. Geburtstag ist Marx keineswegs tot. Dies ist nicht nur seiner Präsenz in der Öffentlichkeit geschuldet. Marx ist aktuell, da seine Methode uns weiterhin voranbringt. Er analysierte die ökonomischen Verhältnisse messerscharf und systematisch. Er war stets bereit eigene Annahmen und Schlussfolgerungen zu überdenken. Marx war dabei leidenschaftlich und zum Teil zerstörerisch gegen sich selbst und seine Umwelt. Er verband Analyse und politisches Engagement. Sein Denken und Handeln war auf die Befreiung der Arbeitenden gerichtet. Sein Leitsatz es ginge darum, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, ist heute immer noch Maßgabe für Linke.

Natürlich müssen wir diese Maßgabe aktualisieren. Sich dabei an Marx zu orientieren, kann uns nur voran bringen. Wie wollen wir sonst die Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007 oder die Umstrukturierung der Arbeitswelt wirklich tief analytisch durchdringen? Was ihn auszeichnete, war ein wildes Denken, wie es der Marxist Antonio Negri bei Baruch Spinoza nannte. Er ging selbst immer über sein bisheriges Denken hinaus. Wenn wir auch über ihn hinaus in die Analyse heutiger Verhältnisse und Marx' blinder Flecken – etwa des digitalen Kapitalismus oder der Geschlechterverhältnisse – wollen, kommen wir an einer erneuten Auseinandersetzung mit ihm nicht vorbei. Marx bleibt mit seinen Denkbildern, seiner geistigen Flexibilität und seiner klaren politischen Haltung Vorbild.