21. Mai 2014

Es ist 5 vor 12 in der Pflege

Am 12. Mai wird auch in Thüringen (hier Rudolstadt) mit symbolischen Rettungspaketen auf den Pflegenotstand in Deutchland aufmerksam gemacht.

Mit Postkarten gingen Aktive auf Passanten zu und baten sie, eigene Erwartungen und Forderungen an die Bundespolitik aufzuschreiben. Diese Postkarten werden an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe geschickt.

Aktionstag in Mitteldeutschland

 

Dem kalten Wind zum Trotz sind am 12. Mai Pflegerinnen und Pfleger der Diakonie, Einrichtungsverantwortliche und Angehörige auf die Straßen und Plätze der Republik gegangen, um das „Rettungspaket Altenpflege“ zu fordern. In Sachsen-Anhalt und Thüringen waren die Diakonie Mitteldeutschland als Dachverband und die örtlichen Einrichtungen an mehr als zehn Orten aktiv. Kartonstapel mit symbolischen Rettungspaketen markierten die Aktionsorte, darauf die Kernforderungen der bundesweiten Aktion. Mit Postkarten gingen die Demonstrierenden auf Passanten zu und baten sie, eigene Erwartungen und Forderungen an die Bundespolitik aufzuschreiben. Diese Postkarten werden jetzt an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe geschickt. Wir meinen, es ist „fünf vor zwölf“ für die dringend notwendigen Weichenstellungen. Und deshalb wurden  um 11:55 Uhr die wichtigsten Diakonie-Forderungen den Passanten und den Kameras präsentiert. 

 

LINKE will grundlegende Pflegereform

 

„Der Dienst in der Pflege ist nicht hoch genug zu würdigen. Die Beschäftigten  leisten eine aufopferungsvolle Arbeit und sorgen täglich dafür, die  Lebensqualität von Pflegbedürftigen zu erhalten“, sagt Jörg Kubitzki,  gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, mit Blick auf den Aktionstag. Nicht zu vergessen seien auch die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen, die  sich täglich um ihre Familienmitglieder kümmern. Aber die Pflege sei laut Kubitzki auch an ihre Grenzen gestoßen. „Einer massiv zunehmenden Zahl pflegebedürftiger Menschen steht ein akuter Fachkräftemangel gegenüber, auf den endlich reagiert werden muss.“ Kubitzki bemängelt die bisherigen Ergebnisse des Thüringer Pflegepaktes. So sollte im Frühjahr eine Imagekampagne für  Pflegeberufe beginnen. Leider sei diese bisher nicht erkennbar.Kubitzki: „Wir brauchen endlich eine grundlegende Pflegereform. Die Gesellschaft muss sich dabei die Frage stellen: Was ist uns das älter werden wert?“

Der Abgeordnete unterstreicht erneut die Forderungen der Linksfraktion „nach besserer Bezahlung der Pflegekräfte, nach einer Pflege die nicht nur Kommen,  Waschen, Gehen beinhaltet, sondern die Lebensbedürfnisse der zu Pflegenden berücksichtigt.                        

Fotos: Diakonie Mitteldeutschland