10. September 2014

Gesunde und ökologische Lebensmittel sollten sich alle leisten können

500 Menschen kamen zur ersten Agrarwende-Demo nach Erfurt. Mit Traktoren wurde zeitweilig der Straßenbahnverkehr lahmgelegt und mit allerlei bissig-satirischen Transparenten und Kostümen auf das Spannungsfeld von Tierfabriken und Billigfleisch aufmerksam gemacht.

Am 5. September, fand in Erfurt die „Wir haben es satt – Agrarindustrie abwählen!“-Demonstration statt. Ein breites Bündnis aus Erzeuger*innen, Verbraucher*innen und über 20 Organisationen der Bereiche Landwirtschaft, Umwelt-, Natur- sowie Tierschutz forderten eine Agrarwende. 

Das Bündnis möchte eine Politik, die eine bäuerliche, vielfältige sowie faire Landwirtschaft ermöglicht. Gemeinsam wurde für eine sozial-ökologischere Landwirtschaft und gesundes Essen protestiert. ie sieht das DIE LINKE?

Auch DIE LINKE. Thüringen will eine Landwirtschaft, die umweltverträglich ist, einen Beitrag zur regionalen Lebensmittel- und Rohstoffproduktion und zur Erhaltung der Kulturlandschaft leistet. Eine solche Landwirtschaft ist ein grundlegender Bestandteil des von uns angestrebten sozialökologischen Umbaus. 

Wir stehen für eine flächendeckende nachhaltige Land- und Forstbewirtschaftung sowie Gartenbau und Fischereiwirtschaft mit regionalen Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen. Die hier tätigen Betriebe sollen in die Lage versetzet werden, den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen sowie den Anforderungen des Verbraucher-, Natur- und Tierschutzes gerecht zu werden. Wir wollen dabei das bäuerliche Eigentum schützen und die überbetriebliche Zusammenarbeit fördern. Agrargenossenschaften sind für uns positive Beispiele für demokratisch verfasste, gemeinschaftsorientierte Unternehmen. Denn Boden darf kein Spekulationsobjekt sein, er muss denen gehören, die ihn bewirtschaften! 

DIE LINKE setzt sich für eine umweltverträgliche Landwirtschaft ein. Nutztiere müssen endlich artgerecht gehalten werden indem die Haltungsformen an die Tiere angepasst werden. artgerechte Milchvieh-, Schweine- und Schafhaltung sollen in Thüringen ihren Platz behalten und ausgeweitet werden. Denn diese Tierhaltungen erhalten Arbeitsplätze im ländlichen Raum und unterstützen die regionale Kreislaufwirtschaft. Auch der ökologische Landbau muss in Thüringen ausgebaut werden. Wichtig sind uns die Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Natur sowie die Arten-, Rassen- und Sortenvielfalt in der Agrarwirtschaft. 

Unser Ziel ist es, dass sich alle Menschen gesunde und ökologisch produzierte Lebensmittel leisten können.                                  

Dr. Johanna Scheringer-Wright