5. April 2016

Frieden schaffen ohne Waffen – Ostermärsche in Thüringen

Ohdruf

Erfurt

Zeitzer Forst

Deutsche Waffen, deutsches Geld  – morden mit in aller Welt unter anderem unter diesem Motto traf sich die  Friedensbewegung zum traditionellen Ostermarsch, um mit verschiedenen Aktions- und Demonstrationsformen ein Zeichen für den weltweiten Frieden und eine waffenfreie Welt zu setzen. So fanden auch in Thüringen verschiedene Aktionen friedensbewegter Menschen statt. Eine Demonstration eines Erfurter Bündnisses am Gründonnerstag auf der unter anderem der Landtagsabgeordnete Christian Schaft mit einem Redebeitrag vertreten war, am Ostersamstag der traditionelle Ostermarsch in Ohrdruf und zu guter Letzt am Ostermontag eine Demonstration gegen die Schießanlage im Zeitzer Forst, markierten die Höhepunkte des politisch bewegten Wochenendes. Gerade in der heutigen Zeit wo Terror und Krieg alltäglicher Bestandteil der medialen Agenda und Grund der Angst vieler Geflüchteter ist, wo Despoten wie Assad, die Hamas oder Organisationen wie der IS unterdrücken und morden, ist eine handlungsfähige Friedensbewegung umso wünschenswerter. Dennoch hat augenscheinlich das Format der alljährlichen Ostermärsche seine Popularität und Bindung verloren, sodass eben jene Demonstrationen an den Ostertagen nur noch von einem relativ kleinen Kreis besucht und aufrecht erhalten wurden. Dem Aufruf in Ohrdruf an der Friedensdemonstration teilzunehmen folgten leider nur um die fünfzig Menschen, ähnlich klein fiel auch die Donnerstagsdemo des Aktionskreises für Frieden und der Thüringer Friedenskoordination in Erfurt aus. Verhältnismäßig gut besucht war die Demonstration gegen den Schießübungsplatz in Zeitz. Gerade bei der aktuellen Dringlichkeit friedenspolitischer Themen bleibt die Frage offen, ob solche Aktionsformen überhaupt noch den Zeitgeist treffen oder ob, um vielleicht auch jüngere Friedensaktivist*innen einzubeziehen, der Ostermarsch einer Neuerfindung bedarf.

 

Wilko Meyer