5. September 2017

Energiewende ja – Trassenirrsinn nein

Foto: linksfraktion/flickr

Ralph Lenkert – unermüdlich gegen unsinnige Stromtrassen


So unnütz die geplanten Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Trassen (HGÜ) Südlink und Südostlink auch sind, so sicher ist, dass sie am Ende trotzdem gebaut werden. Und dass obwohl sie für die Energiewende nicht notwendig sind und darüber hinaus massive Gefahren für Mensch und Natur bestehen. Einer der wenigen, der unermüdlich durch die Lande tourt, um aufzuklären, ist der Jenaer Bundestagsabgeordnete Ralph Lenkert (Foto 1. v.l.) Wenn sich Wirtschaftsminister Gabriel  bei seiner üblichen Verteidigung der unnützen Stromtrassen im Bundestag wieder über diese „bösen Menschen“ aufregt, zeigt sich, dass das Handeln des LINKEN Abgeordneten nicht ohne Wirkung bleibt. 


Technikexperten wie der Zeissianer Lenkert, der auch die ultrakomplexen Details der Energiepolitik versteht, sind bei der LINKEN rar gesäht. Und so erklärt Lenkert unermüdlich allen Interessierten und LINKEN Kommunalpolitikern wie die Energiewende gelingen kann: ohne die HGÜ, ohne Atomkraft und erst recht ohne Braun- und ohne Steinkohle. 

 

Große sparen, Kleine zahlen 

 

Wer Lenkert zuhört, bekommt ein gutes Bild von den Realitäten in der Energiepolitik, auch ohne Promotion in Elektrotechnik. Die Großen bestimmen, die Kleinen bezahlen. Das gilt sowohl für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Thüringen, als auch für die privaten Verbraucher. Denn von den diversen Rabatten beim Strom profitieren im Prinzip fast nur Großkonzerne. Große Konzerne sind es auch, die am liebsten noch dutzende Leitungen bauen wollen, denn immerhin winkt eine gesetzlich garantierte Rendite von sieben Prozent. Kein Wunder, dass sich bei der deutschen Ableger-GmbH des niederländischen Staatskonzerns TenneT das Versorgungswerk der Zahnärzte eingekauft  hat ... 


Die politischen und ökonomischen Zusammenhänge, die das System vorgibt, kombiniert mit dem massiven Einfluss der Lobbyisten auf Union und SPD, ergeben eine gewaltige Front gegen eine sinnvolle Energiewende. Die Privatwirtschaft wird durch den Staat subventioniert und so am Leben erhalten. Da kann niemand mithalten. 


Lokalpolitiker der Thüringer LINKEN kennen das im Kleinen nur zu gut, wenn wieder mal ein Windrad gebaut werden soll und dann vom Rotmilan bis zum Verlust der Heimat alles an „Argumenten“ ins Feld geführt wird. Und selbst wissenschaftliche Institute geben Studien heraus, die über mehrere Ecken von den großen Konzernen in Auftrag gegeben wurden. Die Ergebnisse stehen meistens vorher fest.


Gegen die großen Konzerne könnte auch Rot-Rot-Grün und vermutlich selbst eine von der LINKEN  allein geführte Bundesregierung nicht viel ausrichten. Die sinnvollste Antwort auf die Befürworter der HGÜ ist und bleibt auf eine dezentrale Energieversorgung zu setzen. Ralph Lenkert untermauert das mit vielen Daten und Fakten und bringt so die Kritiker zum Schweigen. 
Zu Lenkerts Argumenten  gehört auch die Tatsache, dass mit zunehmendem Einsatz erneuerbarer Energien viele neue technologische Möglichkeiten geschaffen wurden, unterschiedliche lokale Netze (Gleich- und Wechselstrom) zu koppeln, was nicht nur die HGÜ überflüssig macht, sondern auch regional für wesentlich mehr Effizienz beim Stromtransport sorgen könnte. 

 

Energiewende vor Ort gestalten


Auch sie als Verbraucher können  die Energiewende mitgestalten und den Konzernen Paroli bieten. Wechseln sie nicht zum aller billigsten Anbieter. Setzen sie auf z.B. die Stadtwerke, die zumindest für dezentrale Energie stehen. Oder investieren sie in ihre lokale Energiegenossenschaft, wo es Anteile oft schon für 500 Euro gibt.  Die setzen nicht nur die Energiewende praktisch um, sondern haben auch ein interessantes Anlagemodell in der Region,  jenseits des Irrsinns der Großbanken. 

 

CDU im Land dagegen, im Bund dafür


Übrigens: Die Thüringer CDU ist seit dem 5. Dezember 2014 auch gegen die HGÜ. Ihre Bundestagsabgeordneten stimmen im Bundestag jedoch immer dafür. Das ist irgendwie exemplarisch für die Energiepolitik der Schwarzen und im Grunde auch der Rosanen.
Und schlimmer noch, Argumente wie die so genannte Dunkelflaute, die aus deren Sicht für die Stromtrassen sprechen, verkehren sich bei genauerem Hinsehen ins Gegenteil. Bei dieser seltenen Wettersituation kann es dazu kommen, dass im Winter über mehrere Wochen lang so gut wie kein Wind weht. Wenn die Offshore-Windkraft-Anlagen im Norden keinen Strom produzieren, nützen auch die HGÜ nichts. Auch hier wäre eine regionale und dezentrale Energieversorgung die richtige Antwort. Denn ohne sie drohen in Deutschland tatsächlich eines Tages die Lichter auszugehen. Wenn uns nicht schon vorher uralte Atommeiler mit schrottreifer Technik um die Ohren geflogen sind.                                  

th

 

 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/zur_sache/detail/artikel/energiewende-ja-trassenirrsinn-nein/