5. Juni 2018

Worte statt Waffen

Überall in der Welt toben blutige Kriege. Die Gefahr eines Flächenbrandes mit für die Menschheit  unvorstellbaren Ausmaßen der Vernichtung scheint so nah wie noch nie. Und dennoch ist es oft zu leise um die Friedensbewegung. Anders war das vom 26. Mai bis zum 2. Juni. In dieser Zeit fuhr die Friedensfahrradtour von Würzburg aus nach Berlin und machte auch in Thüringen Station. Auf dem Erfurter Domplatz trafen die Radler in sengender Hitze am 29. Mai ein, wo sie auf die aus Baden-Württemberg gestarteten Friedensstaffel-Läuferin*innen trafen. Zu sehen gab es neben verschiedenen Redebeiträgen eine kleine, von Musik untermalte, Performance.


Ebenfalls dabei war der Thüringer Friedensaktivist Klaus Huhn mit seinem Anhänger. Wer dort an einem Hebel zieht, kann Waffen und einen Panzer mit einem Friedensturnschuh buchstäblich in die Tonne treten (siehe Foto rechts). 
Kritik gab es am Auftritt des Erfurter OB Bausewein. Einst war er Mayor for Peace – jetzt fährt er gerne in den Norden, um Kriegsschiffe zu taufen. Sich auf dem Domplatz für den Frieden aussprechen und gleichzeitig die für den 9. Juni geplante Bundeswehrshow abzufeiern, ist ein krasser Widerspruch – das sah nicht nur Matthias Weiß von der Offenen Arbeit so (siehe Interview)


Da ist Bodo Ramelow schon glaubwürdiger, auch wenn es vielen friedensbewegten Menschen missfällt, dass der Freistaat Thüringen Anteile an Jenoptik hält, die zahlreich Rüstungsgüter produzieren. Für Thüringens Ministerpräsident gilt dennoch das Motto „Worte statt Waffen“, was an diesem Tag auch auf Plakaten an der Staatskanzlei zu lesen war.  
 In seiner Rede kam er immer wieder auf die Friedensbewegungen in und Ost und West zu sprechen, deren Mottos „Nach Rüstung kommt Krieg“ oder „Schwerter zu Pflugscharen“, seinen Amtskollegen nur selten, wenn überhaupt, über die Lippen kommen. Deutlich wurde er auch mit seinen Ausführungen über die „Weltordnung“, die mit immer mehr Waffen verteidigt werden müsse. Darüber, und nicht über eine Karriere bei der Bundeswehr, sollten junge Menschen nachdenken.