17. November 2015

Menschlichkeit und Lachen: Das ist Thüringen

Bunt und vielfältig: So prall gefüllt sah der Erfurter Domplatz am 9. November von der Bühne betrachtet aus.

Zwei Tage zuvor verwandelte „Erfurt lacht“ den Anger in eine Begegnungszone mit Musik und Spiel für jung und alt. Fotos: up/th

 

 

Der 9. November war – von der Novemberrevolution 1918, über brennende Synagogen 1938, bis zur Maueröffnung 1989 – schon immer ein historisches Datum in der deutschen Geschichte. Weil seit Beginn der Flüchtlingskrise Hass und Hetze die Straßen und Plätze beherrschte gründete sich das Bündnis Mitmenschlichkeit in Thüringen. Dazu hatten Parteien, Kirchen, Gewerschaften, die Wirtschaft, Vereine, Verbände und unzählige Bürgerinnen und Bürger aufgerufen. Mehr als 6.000 kamen auf den Domplatz und verdeutlichten: Thüringen ist bunt – Hass und Hetze haben hier keinen Platz.

 

Mit Menschlichkeit und Lachen 

 

Am 7. und am 9. November setzten Tausende von Menschen ein deutliches Zeichen. Das Bündnis „Erfurt lacht“ hatte einen ganzen Samstag geladen, damit sich Menschen begegnen können. Aufgerufen von zahlreichen Erfurter Cafes, Kneipen und Akteuren der Soziokultur verwandelte sich der Anger in eine Spielwiese mit ganztägiger, vielfältiger musikalische Untermalung. „Erfurt lacht“ spricht sich gegen jede Art von Diskriminierung aus. Mit Lachen wollen sie für eine offene Gesellschaft werben. Insbesondere wird sich damit gegen rechtsradikale Gesinnungen und deren Auswirkungen wie Aufmärsche und Übergriffe auf Flüchtlinge gerichtet. 

Nur zwei Tage später auf dem Domplatz waren es wieder tausende Menschen, die dem Aufruf von eines Bündnisses aus Kirchen, Gewerkschaften, der Wirtschaft, Parteien und vielen weiteren folgten. „Mehr Mitmenschlichkeit in Thüringen“ lautete hier die Ansage, an dem Ort wo zuvor wöchentlich AfD, Rassisten, Rechtspopulisten und Neonazis gegen Flüchtlingen und das Asylrecht hetzten. 

Nicht immer helfen solche Veranstaltungen den Flüchtlingen direkt, aber sie sind ein gutes Mittel, dem  Kampf um Bilder eine positive Richtung zu geben, dem dunkelblau-braunen Mob nicht die Straße zu überlassen und vor allem, Möglichkeiten der Begegnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen zu schaffen. 

 

th