17. November 2015

Paris und die Asymmetrie des Krieges

Die Toten von Paris sind nicht die ersten und wie zu befürchten ist, werden sie auch nicht die letzen Opfer im Krieg gegen den Terror sein. Es ist ein Krieg, den der Westen angefangen hat. Nicht heute, nicht gestern oder am 11. September. Dieser Krieg wird schon viel länger geführt. 

Viele haben schon von Samuel Huntingtons Kampf der Kulturen gehört, ein Versuch die Angst vor dem Islam auf wissenschaftliche Füße zu stellen. Feindbilder werden ganz bewusst aufgebaut, Angst und Hass geschürt. Genau das ist es, was die islamistischen Fundamentalisten wollen. Auf ihre Art wollen das auch die lautstarken rechtsgerichteten Kräfte. Auf dem Rücken der Ermordeten werden sie den Terror von Paris für ihre Hetze nutzen. Jeder Flüchtling, jeder Moslem wird für die Anschläge von Paris in Geiselhaft genommen werden. Die   hasserfüllten Rufe nach Grenz-schließung und militärischem Eingreifen werden noch lauter werden. Mit mehr Überwachung, mehr Geheimdiensten und mehr Bombenangriffen auf den IS spielt man den Terroristen erst recht in die Karten. Angst erzeugten, um Menschen zu anderen Handlungen zu zwingen, so funktioniert Terrorismus. Wer aber bewusst Angst schürt, der erlaubt das Terrorismus funktionieren kann. 

Dabei ist das, was in Paris passiert, gar kein Terrorismus, sondern die gewandelte Kriegsform, die schon seit Jahren als asymmetrisch bekannt ist. Tarnkappenbomber gegen Sprengstoffgürtel und Kalaschnikows. Der Krieg, den die NATO seit Jahren führt, ist endgültig dahin zurück gekehrt, wo er begonnen hat. Und wie immer trifft es meistens nur die Unschuldigen. Ob Paris, Utoya, New York, Kundus oder Bagdad: So ist das im Krieg.  

 

 

 

 

LINKE: Auseinandersetzung mit den Ursachen unabdingbar

 

„Die entsetzlichen Terroranschläge von Paris sind zutiefst verabscheuungswürdig. Das brutale Vorgehen der Täter ist menschenverachtend und Ausdruck barbarischer Gewalt. Unser tiefes Mitgefühl gilt den vielen Opfern, ihren Familien und Freunden“, erklären die Vorsitzenden der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch. 

„Es muss jetzt alles getan werden, um die noch flüchtigen Täter und ihre Hintermänner zu fassen und mit aller Konsequenz zur Verantwortung zu ziehen. Die Hintergründe der Taten müssen vollständig aufgeklärt werden, und es muss alles dafür getan werden, dass sich die Menschen in Frankreich wieder sicher fühlen können.
Es steht zu befürchten, dass die Ereignisse von Paris auch in der Bundesrepublik von rechten Kreisen instrumentalisiert werden, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen und diese unter Generalverdacht zu stellen. Dies darf nicht passieren. Es  ist die Verantwortung eines demokratischen Staates, entschieden gegen terroristische Bedrohungen vorzugehen, ohne  Demokratie und freiheitliche Grundrechte in Frage zu stellen. Gleichzeitig ist es unabdingbar, sich konsequent mit den Ursachen des Terrors auseinanderzusetzen.“
Ministerpräsident  Bodo Ramelow versteht die Anschläge, bei denen auch Menschen aus Erfurt verletzt wurden, als „Angriff auf uns alle“. Er warnte zugleich davor, sich mit Flüchtlingen und Moslems neue Feindbilder aufzubauen.
Auch die Vorsitzenden der Linkspartei, Katja Kipping und Bernd Riexinger, sind sich einig:„Jegliche Spekulationen und Versuche, die Terroranschläge von Paris jetzt in Deutschland zu benutzen, um Stimmung gegen Muslime und Flüchtlinge zu machen, verurteilen wir aufs Schärfste.“

Liberté, égalité, fraternité

 

 

th

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/browse/9/artikel/paris-und-die-asymmetrie/