31. Mai 2016

Von „guten“ und „schlechten“ Nachbarn

Jérôme Boateng. Foto: Football.ua

Von Torsten Wolf

 

Nachbarn sind wichtig für uns. Wie unsere Familie hören und sehen wir sie fast täglich, man hilft einander, die Kinder spielen zusammen, zu einem netten Schwatz ist immer Zeit.  Jeder versucht daher, eine gute Nachbarschaft zu pflegen. 
Nun hat der politische Freund von Wiebke  Mushal, Alexander Gauland, beide AfD, seine Meinung in der FAZ kund getan: „Die Leute wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Langsam ergibt sich ein Bild dieser Rechtsaußen-Gurkentruppe: Frau Petry beschwert sich, dass man ihren Verein in die Nähe der Nationalsozialisten rückt. Ihr politischer Vordenker Gauland macht aber klar, was er von Menschen hält, die ihr Bestes für ihren Sport und ihr Land geben. Kicken ja, gute Nachbarschaft nein. In der Zeit vor 1945 wollte man auch gewisse Menschen nicht mehr in der eigenen Nachbarschaft. Diese wurden abgeholt und waren nie mehr gesehen. Natürlich für die Nachbarn, die Gaulands Meinung sind. Manch andere Nachbarn fragten sich damals, was aus ihren guten Nachbarn geworden ist und hörten Schlimmes. Aber da der Boden durch Hetze und Ausgrenzung, letztlich durch Terror nach innen, bereitet war, wagten auch diese Nachbarn nicht mehr, nach ihren guten Nachbarn zu fragen. Aus Angst.
Sind wir in Deutschland wieder soweit, dass Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft nicht in Frieden mit uns leben können? Haben Gauland, Höcke, Mushal Recht mit ihrer Hetze? Oder sind Sie auch der Meinung, dass Menschen ein Recht haben, gute Nachbarn, Kollegen oder Freunde zu werden? 

Ich möchte keinen Gauland, keinen Höcke, keine Mushal als Nachbarn. Ich möchte Menschen als Nachbarn, die freundlich, verständnisvoll und offen sind, egal woher sie kommen und an was sie glauben. Ich möchte Jerome Boateng als Nachbarn.