21. Februar 2017

Kunst zum Nachdenken

Krieg ist ein Verbrechen. Das war in Dresden 1945 so und es ist in Aleppo 2017 so. Aber ganz so einfach ist es  nicht, denn zu Dresden 1945 gehört auch Warschau 1939 oder Rotterdam und Coventry 1940. Und die Schlacht um Aleppo würde es nicht geben, ohne den Irak-Krieg von 2003. Das weltpolitische Geschehen ist komplex und  Lösungen aus vergangen Jahrhunderten werden nicht besser, wenn sie von Schreihälsen gebetsmühlenartig wiederholt werden. 


Manaf Halbouni, in Dresden lebender Künstler mit syrischen Wurzeln, hat die drei Busse vor der Frauenkirche aufstellen lassen. Im umkämpften Aleppo wurde ein Straßenzug durch ein ähnliches Ensemble blockiert. Die oft  beschrieenen Kosten von 57.000 Euro sind ein geringer Beitrag dafür, dass ein Stück des Krieges in Syrien auf diese Weise nach Deutschland geholt wurde, ausgerechnet in die Pegida-Hochburg. Die Debatte ist voll entbrannt. Doch es geht um mehr als nur Flüchtlinge. 


„Darüber hinaus sollten diese Debatten aber auch an Orten angeregt werden, die auf die Mit-Verantwortung von Regierenden in der Gegenwart verweisen, z.B. vor dem Bundeskanzleramt, dem Außenministerium oder dem Verteidigungsministerium in Berlin“, so Kaja Kipping. 
Was das mit Dresden und Alleppo zu tun hat? Denken Sie mal drüber nach!

Statt Krakeelen wäre nachdenken die bessere Problemlösestrategie. Kunstwerke wie die Busse können dafür einen sinnvollen Beitrag leisten.  „Diese Installation verdeutlicht, dass Leiden am Krieg nicht nur ein Leiden in der Vergangenheit ist, sondern auch in der Gegenwart. In Dresden hat es bereits heftige Debatten ausgelöst. Und genau weil Kunst nicht gefällig sein muss, sondern zum Nachdenken anregen soll, ist es gut, dass diese Installation in Dresden steht“, findet die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping. 

Was da konkret bedeutet, wird mit einem Blick auf die Ausfuhr von deutschen Waffen überdeutlich. Allein für das Jahr 2015 haben sich die deutschen Waffenexporte von 3,97 Milliarden auf 7,86 Milliarden Euro verdoppelt. 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/browse/3/artikel/kunst-zum-nachdenken/