21. März 2017

Dieses Kreuz ist Symbol des rassistischen Ku-Klux-Klans

Montage: th

Die Ahmadiyya-Gemeinde will im Erfurter Stadtteil Marbach eine Moschee bauen. Obwohl sie sich stets eindeutig zum Grundgesetz bekennt und immer wieder offen das Gespräch mit den Menschen sucht, schlägt ihnen von rechts blanker Hass und gnadenlose Ablehnung entgegen. 
Am ersten Märzwochenende hat die Gruppe  „Bürger für Erfurt“ in Zusammenarbeit mit der selbsternannten  Bürgerinitiative „Ein Prozent“ ein zehn Meter hohes Holzkreuz sowie einige kleine Kreuze auf dem Gelände der geplanten Moschee aufstellen lassen.  Kreuze sind eigentlich die Hauptsinnzeichen des Christentums. Viele Christen sind jedoch entsetzt über diese Aktion.


„Wenn in Erfurt-Marbach immer mehr Kreuze errichtet werden, dann täuscht das über die Gesinnung der Erbauer nicht hinweg. Bürger für Erfurt, Identitäre und die 1-%-Bewegung vereint. Und die Farbe der Kreuze? Braun!“, kommentierte der bekennende Christ und  Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow auf facebook. 
Auch die Bischöfe der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann und des katholischen Bistums Erfurt, Ulrich Neymeyr, kritisieren die Aktion: „Wer die Religionsfreiheit infrage stellt, sollte sich fragen, ob er auf dem Boden unseres Grundgesetzes steht“, so die Geistlichen in einer Erklärung.  


Das ist der Haken am Erfurter Kreuz: Es ist eben kein christliches, sondern ein  faschistisches Symbol. „Dieses Kreuz ist das langjährige Symbol des rassistischen Ku-Klux-Klan, der damit seit fast 100 Jahren Angst und Schrecken verbreitet. Es ist ein Symbol eines weißen Rassismus und seiner Lynchpraxis. Um die mit diesem Symbol errichtete Drohkulisse zu erkennen, braucht dass Kreuz nicht erst zu brennen“, erklärte Uli Klein von der antifaschistischen Koordination Erfurt (ake). Dort herrscht großes Unverständnis über die Tatenlosigkeit von Stadtverwaltung und Stadtpolitik, wo sonst erklärt  wird „gegen rechts“ sei logo.  
Immerhin, der Eigentümer des Grundstücks,  die Mainzer Aufbaugesellschaft, einer Tochterfirma der Stadt Mainz, geht  auch juristisch vor. Konkret wirft das Unternehmen den Initiatoren der Aktion widerrechtliches Betreten fremden Eigentums und widerrechtliches Aufstellen von politischen Protestzeichen vor.


Dass die Erfurter Behörden und auch die Polizei bis zum Redaktionsschluss noch nicht aktiv geworden sind, wirft erneut kein besonders gutes Licht auf die Landeshauptstadt, die schon seit Jahren ein gewaltiges, nicht kleiner werdendes Nazi-Problem hat. Schließlich prahlen die Täter auf ihrer Internetseite mit der Aktion und haben sogar Fotos vom Aufstellen der Kreuze veröffentlicht. 


Auf die Staatsorgane haben sich Antifaschisten noch nie verlassen können und werden deshalb  selber aktiv. Die ake hat der Mainzer Aufbaugesellschaft angeboten, die Kreuze zu entfernen und zu entsorgen. Eine Demozug zum Kreuz, mit Start in der Nähe der Uni Erfurt, wurde für den 22. März angemeldet.        

th

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/browse/2/artikel/dieses-kreuz-ist-symbol-des-rassistischen-ku-klux-klans/