16. Mai 2017

Aus für Solarbranche in Deutschland?

„Die Insolvenz von SolarWorld war zu befürchten. DIE LINKE hat schon 2011, beim Beginn der überzogenen Kürzungsorgien für Photovoltaik, den Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen in der Branche vorhergesehen. Fehlentscheidungen der Manager, unzureichende Forschungsförderung und vor allem die Verhinderung von Anti-Dumpingmaßnahmen gegen chinesische Hersteller durch die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung leiteten den Niedergang dieser ostdeutschen Hoffnungsbranche ein. Damals beschimpften CDU-Abgeordnete mich im Plenum als Schwarzmaler, statt für die Arbeitsplätze zu kämpfen“, erklärte der Bundestagsabgeordnetne, Ralph Lenkert und verspricht: „DIE LINKE wird weiterhin alles unternehmen, um einheimische Arbeitsplätze zu sichern. Der Solarenergie gehört die Zukunft. Es ist traurig, dass die Bundesregierung diese Branche in Deutschland so benachteiligt. Ich hoffe, dass für den Thüringer Produktionsstandort der SolarWorld Lösungen gefunden werden und die Arbeitsplätze in der Region gesichert werden können. Ich fordere jetzt die Kollegen von Union und SPD auf, endlich aktiv über Forschungsförderung und echte Anti-Dumpingmaßnahmen zu verhandeln, um die verbliebenen Produktionsstandorte zu sichern.

 

Hiobsbotschaft für den Ilm-Kreis 


Auch die LINKE Landrätin des Ilm-Kreises, wo am Standort Arnstadt über 800 Arbeitsplätze in Gefahr sind , reagierte bestürzt. „Dass die Lage der Solarbranche nicht einfach ist, war uns bekannt. Trotzdem kam die Ankündigung des Insolvenzantrages völlig unerwartet.“, so  Petra Enders.


„Der Ilm-Kreis steht solidarisch hinter allen Mitarbeitern, die nun um ihre Existenz fürchten.“ Nicht zum ersten Mal erleben die Mitarbeiter eine solche Situation und bangen um ihre Zukunft. „Unsere Aufgabe sehe ich darin, schnellstmöglich das Unternehmen am Standort Arnstadt und die Beschäftigen in dieser Situation zu unterstützen. Ich halte es für dringend erforderlich, dass die Konzernleitung, der Betriebsrat, das Land Thüringen sowie der Landkreis und die Kommunen schnellstmöglich zusammenkommen, um nach Perspektiven und Lösungen zu suchen.“, so die Landrätin.


„Angesichts dieser Hiobsbotschaft sind meine Gedanken bei den Beschäftigten und ihren Familien, die nun vor einer ungewissen Zukunft stehen. Es muss jetzt darum gehen, dass möglichst schnell verlässliche Alternativen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefunden werden und wir unsere hochqualifizierten Fachkräfte in der Region halten können“, sagt Dieter Hausold, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und unterstrich das Engagement der Landesregierung, die  versichert hat, die Beschäftigten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln in den nun vermutlich schweren Zeiten zu unterstützen.

Solarstromproduktion in Kopplung mit Biomasse und Windanlagen würde eine billigere Energiewende ermöglichen als der überflüssige Bau von Gleichstromtrassen, der zu explodierenden Netzentgelten und damit steigenden Strompreisen führt.“

 

Politischer Rückhalt gefragt 

 

„Stirbt SolarWorld, würde das das Aus der Solarbranche in Deutschland bedeuten. Gerade der Standort Arnstadt, am Erfurter Kreuz, mit seiner logistisch und strategisch zentralen Lage in der Mitte Deutschlands, zeichnet sich durch sein Innovationspotenzial und die hohe Qualität der Produkte aus.“, so Enders. „Nach wie vor halte ich die Solarbranche für eine Schlüsseltechnologie. Mit dem Untergang von SolarWorld droht der Niedergang der gesamten Solarbranche in Deutschland. Wir werden mit den Mitarbeitern kämpfen! Die Politik ist jetzt gefragt, dem Unternehmen politischen Rückhalt zu geben!“,  stellt Enders fest. 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/browse/2/artikel/aus-fuer-solarbranche-in-deutschland/