16. Mai 2017

Bewegender Moment für einen General a.D. der Roten Armee

Seit 2015 ist der 8. Mai in Thüringen als Tag der Befreiung ein offizieller Gedenktag. Das hat die rot-rot-grüne Landesregierung völlig zu Recht eingeführt.  Parlamentsbeschlüsse alleine nutzen allerdings nur, wenn Menschen sie auch mit Leben füllen. Traditionell gehören Gedenkstunden auf den Friedhöfen in ganz Thüringen oder auch Aktionen wie am  Denkmal für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur auf dem Erfurter Petersberg zum vielfältigen Programm am Tag der Befreiung. Besonders erfreulich und hervorhebenswert ist die Nachttanz-Demo, veranstaltet von der Linksjugend [‘solid] Thüringen. Eine Veranstaltung dieser Art hatte es zuletzt 2015 gegeben. Auch damals war das eine prima Sache, die allerdings aufgrund des diskriminierenden Verhaltens der Polizei gegenüber den Anmeldern dieser Demo einen bitteren Beigeschmack hinterließ.In diesem Jahr hielten sich die Einsatzkräfte allerdings zurück.  So konnten etwa 200, überwiegend junge Menschen, am Vorabend des Tages der Befreiung friedlich und bestens gelaunt mit Konfetti und lauter Musik durch Erfurt tanzen, (siehe hier). Motto: Wer nicht feiert, hat verloren. Den General Alexej Jegorowitsch Troschin, der als Vertreter der ehemals in der DDR stationierten sowje-tischen Streitkräfte zur Gedenkveranstaltung nach Erfurt kam, hat der Demonstrationszug junger Menschen am Abend des 7. Mai durch Erfurt sehr aufgewühlt.In seiner Gedenkrede am 8. Mai betonte er, dass er es als ein sehr schönes und starkes Zeichen empfunden hat, dass Jugendliche mit Plakaten auf denen in russischen Lettern zu lesen war: „Danke UdSSR“ auf der Straße liefen.  Das war für ihn der bewegendste Moment hier in Erfurt. Er wird darüber seinen Veteranen Kameraden aber auch Schülerinnen und Schülern in Russland berichten, dass es in Deutschland Leute gibt, die auf diese Art und Weise Danke für die Befreiung vom Faschismus sagen. Aber es geht an diesem Tag nicht allein um Geschichte. Der Nationalismus ist nicht nur in Europa auf dem Vormarsch, daran ändert auch die Niederlage der französischen Faschistin Marine Le Pen erst mal noch wenig. Die offene Gesellschaft, mühsam erkämpfte demokratische Errungenschaften, das gemeinsame Europa, das die Nationalstaaten überwinden hilft und ganz besonders der Frieden sind in großer Gefahr. „Das Ende des 2. Weltkrieges vor 72 Jahren ist für uns Aufforderung,  am gemeinsamen Haus Europa weiterzubauen und all denjenigen entgegenzutreten, die auf die Rückkehr zu  nationalen Egoismen setzen, betonte auch Thüringens LINKER Ministerpräsident Bodo Ramelow. Solange es Menschen gibt, die sich für die Gedenkkultur und das erinnern an die Verbrechen des Hitlerfaschismus einsetzen, besteht noch Hoffnung, dass der drohende 3. Weltkrieg verhindert werden kann. Lesen sie dazu auch das Interview  („Dann beginnt der 3. Weltkrieg“) mit Dr. Reinhard Duddek auf Seite 3.

                         

 th 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/browse/2/artikel/-1a68a2c71a/