2. Juni 2015

Für eine Willkommenskultur in Thüringen Position bezogen

Weil die rechtspopulistische FPÖ die Filmpiraten verklagt, unterstützte die Linksfraktion den Verein mit Spenden. Am 1. Juni wurden die Aktiven mit dem Thüringer Demokratiepreis geehrt. Foto: Peter Lahn

Der Verein Filmpiratinnen und Filmpiraten e. V. Erfurt erhält den Thüringer Demokratiepreis 2015. Gewürdigt wird damit das Engagement junger Menschen, die seit mehr als zehn Jahren Dokumentationen und Videobeiträge für eine solidarische Gesellschaft, gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit erstellt und über die sozialen Netzwerke frei zugänglich im Internet veröffentlicht haben. Thüringens Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Birgit Klaubert, gratuliert: „Die Beiträge haben eine große öffentliche Wirkung erzielt und zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für eine weltoffene Gesellschaft einsetzen, auf innovative Weise unterstützt. Dafür meinen Dank und herzlichen Glückwunsch an die Preisträger“, so die Ministerin bei Preisverleihung am 1. Juni im Weimar.

Anerkennungspreise (je 500 Euro) erhalten vier Projekte. Das Projekt „Fahnen der Erinnerung“ des Jugend für Dora e. V. Nordhausen zeigt, wie die Erinnerung an die zahlreichen Außenlager des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora wachgehalten bzw. wieder ins Bewusstsein gebracht werden kann. Der Flüchtlingsrat Thüringen e. V. wird für seine langjährige Arbeit als Interessenvertretung für Flüchtlinge und für die Durchführung unterschiedlichster Projekte zur Unterstützung von Flüchtlingen geehrt. Mit seiner Arbeit trägt der Flüchtlingsrat entscheidend dazu bei, dass sich in Thüringen an vielen Orten eine zivilgesellschaftliche Unterstützungsstruktur für Flüchtlinge bilden konnte und die Akteure in ihrem Eintreten für eine demokratische und solidarische Gesellschaft bestärkt werden.

Das Bündnis NoSügida als Aktionsbündnis von Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften, Kirchen und Parteien hat sich als Reaktion auf die Versuche von Rechtsextremen, einen Pegida-Ableger in Thüringen zu etablieren, gegründet und erhält ebenfalls einen Anerkennungspreis.

Christian Mende wird für seinen langjährigen unermüdlichen Einsatz für die Etablierung eines lokalen Aktionsplans für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit im Landkreis Greiz ausgezeichnet. Das Projekt „Vielfalt leben“ ermöglicht die Einrichtung einer kreisweiten Koordinierung der Akteure und die finanzielle Unterstützung vieler lokaler Initiativen.

Ministerin Klaubert unterstreicht: „Die Preisträger haben sich auf hervorragende Weise für unsere Gesellschaft und ihre demokratischen Grundwerte eingesetzt. Sie stehen für das vielfältige Thüringer Engagement gegen Rechtsextremismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Ihre Projekte verkörpern beispielhaft einen wichtigen Beitrag für unser demokratisches Gemeinwesen.“