21. April 2015

Der Tag, an dem die Menschen gehört werden

Die zehn Themenplakate des DGB zum 1. Mai 2015 – dem Tag der Arbeit.

Seit mehr als 100 Jahren ist der 1. Mai der internationale Kampftag der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung und es sollte sich eigentlich alles um das Thema „Gute Arbeit“ drehen. Doch, in diesem Jahr wollen Neonazis den Tag der Arbeit für ihre Propaganda missbrauchen und haben sich Erfurt und Saalfeld für ihre Aufmärsche ausgesucht. Selbstverständlich laufen bereits Planungen für zivilgesellschaftlichen Widerstand und auch der stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, macht allen Demokraten und Antifaschisten Mut, denn: „Neonazis haben schon häufig am 1. Mai Aufmärsche angemeldet. Bis jetzt ist es jedes Mal gelungen, dass sie nicht durch die Innenstädte marschieren konnten, weil sich Leute entgegengestellt und -gesetzt haben.“   

„Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“, lautet das diesjährige Motto des DGB. Was stellen sich die Gewerkschaften unter der Arbeit der Zukunft vor? „Mit dem Mindestlohn wurde eine Regelung geschaffen, welche die Arbeit der Zukunft ein Stück weit gestaltet. Auch wenn es noch Arbeitgeber gibt, die versuchen zu tricksen, es bekommt keiner mehr unter 8,50 Euro Lohn“. Allerdings, so der Gewerkschafter, sei der Lohn „nur eine Stellschraube“, für gute Arbeit. Besonders im Fokus stehen die Arbeitszeiten, die in Thüringen noch immer die längsten sind. Auch beim Arbeitsumfeld, bei der Qualität der Arbeit, gäbe es im Freistaat noch einiges zu tun, so Witt. „Wenn in Thüringen nur 22 Prozent der Unternehmen eine Tarifbindung haben, dann kann das nicht die Zukunft der Arbeit sein. Das bedeutet, wir müssen die Menschen, die in Arbeit sind, wieder mehr motivieren, sich zu organisieren, um Tarifverträge zu schaffen. Der Mindestlohn ist wichtig als Lohnuntergrenze, aber wenn die Arbeitswelt wirklich verändert werden soll, dann geht das nur mit Tarifverträgen“, erklärte Witt. 

 

Auf die Straße, um Forderungen  Nachdruck zu verleihen

 

Nun regiert in Thüringen Rot-Rot-Grün, mit einem Ministerpräsidenten, der selbst Gewerkschafter ist. Was kann die, von der LINKEN geführte, Landesregierung für Gestaltung der Arbeit der Zukunft beitragen? Witt weiß, es kommt zuerst auf „das Wollen“ der Beschäftigten an, während eine Landesregierung relativ wenig tun kann. Aber: „Landespolitik kann im öffentlichen Dienst beispielhaft voran gehen, indem sie die Ergebnisse der letzten Verhandlung eins zu eins auf die Beamten überträgt. Das kann für die freie Wirtschaft eine Vorbildfunktion haben.“ Außerdem sei es möglich, bei Förderpolitik die gewerkschaftlichen Kriterien von guter Arbeit als Grundlage zu verwenden. Ebenso könne bei der Sonntagsarbeit eine schärfere Abtrennung von der normalen Arbeitszeit erreicht werden, damit Sonntagsarbeit nicht zum Alltag wird. 

Trotz unterschiedlicher Möglichkeiten aktiv zu werden, wäre eine noch bessere Beteiligung an den Aktionen zum 1. Mai wünschenswert. Aber viele Menschen sind bereits entmutigt und bleiben zu Hause, weil sie glauben, „es würde sich ja doch nichts ändern“. „Der 1. Mai ist der Tag, an dem die Menschen gehört werden“, hält Sandro Witt entgegen. „Alle Welt schaut an diesem Tag darauf, was wir zu sagen haben. Wenn aber niemand auf die Straße geht, dann können unsere Forderungen leichter ignoriert werden“.  

 

Was, wann und wo am 1. Mai 

 

Erfurt: 10:00 Uhr, Treffpunkt Staatskanzlei, Eröffnung durch Rudolf Krause (DGB Erfurt) und Bürgermeisterin Tamara Thierbach, 10:15 Uhr, Demo mit der Sambagruppe „Esco Popular“, 11:00 Uhr, Kundegbung auf dem Anger, u.a. mit Sandro Witt und Andreas Bausewein, 12:00 Uhr, Liermacher Bernd, die Stimme, 12:30 Uhr, Podiumsdiskussion mit Vertrern, der Parteien, ganztägig bis 15:00 Uhr, Kinder- und Familienfest,

Altenburg: 10:00 Uhr, Kundgebung Markt, 

Bad Salzungen, 13:00 Uhr, Kundgebung am Pressenwerk, 

Eisenach: 10:00 Uhr, Demo, Start Bahnhofvorplatz, 10:45, Kundgebung Markt,   

Gera: 10:30 Uhr, Demo, Start am Hauptbhanhof, 11:30 Uhr, Kundgebung vor dem KUG,

Gotha: 13:00 Uhr, Kundgebung, Buttemarkt,

Greiz: 10:00 Uhr Kundgebung Kirchplatz,      

Ilmenau:  30.4., 17:00 Uhr, Maibaum setzten, Schlossmauer, 1.5., 10:00 Uhr,  Kundgebung, 

Jena: 10:00 Uhr,  Kundgebung, Platz am Pulverturm,

Meiningen: 10:00 Uhr, Kundgebung, Markt,  

Mühlhausen: 10:00 Uhr, Kundgebung, Unterer Markt, 

Nordhausen: 10:00 Uhr, Kundgebung, Markt, 

Saalfeld: 9:00 Uhr, Demo, Start am Bahnhof, 11:00 Uhr, Kundgebung, Demokratiemeile, 

Sondershausen: 10:00 Uhr, Kundgebung, Markt, 

Sonneberg: 10:00 Uhr, Kundgebung, Piko,

Sömmerda: 9:30 Uhr, Kundgebung, Marktplatz,     

Suhl: 10:00 Uhr, Kundgebung, Unterer Markt, 

Weimar: 30.4., 16:30 Uhr, Maimbaum setzten, 1.5., 10:00 Uhr, Kundgebung, Markt.