14. Juli 2015

Ein Vierteljahrhundert „bunte Truppe“

Zum 25-jährigen Jubiläum des Thüringer Landesverbandes der Partei DIE LINKE, zu dem die UNZ herzlichst gratuliert, hatte die Partei einen Fotowettbewerb ausgerufen. Das Siegerbild, dem Jana Wiegand den Titel „Nicht nur vom Frieden träumen: Sommer-Sonne-Sozialismus!“ gab, entstand 2004 beim Pfingstcamp auf dem „Roten Hof“ in Brückla.

Als vor 25 Jahren, auf dem Parteitag am 30. Juni und 1. Juli 1990, der Landesverband der PDS Thüringen gegründet wurde, gab kaum noch jemand einen Pfifferling auf die große Idee des Sozialismus. DIE LINKE feiert „ein Jubiläum, für das die Gründer 1990 wahrscheinlich nicht allzu viel gegeben hätten, denn es war nicht vorauszusagen, ob und wie lange diese Partei in Deutschland eine Chance hat“, resümierte auch die Thüringer Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow bei einer Festveranstaltung am 7. Juli in Erfurt.

Zur Wendezeit in übelster antikommunistischer Hysterie angefeindet und regelmäßig mit Eiern beworfen, hat sich DIE LINKE, wie die Partei seit der Fusion mit der WASG 2005 heißt, Stück für Stück die Köpfe und Herzen der Menschen zurückerobert. Traurige schwarze Mehrheiten verschwinden, ob Erfurt, Jena, Ilm-Kreis oder Saale-Holzland. Thüringen wird roter und bunter. 

LINKE Politiker – und vor allem  immer mehr LINKE Politikerinnen – sitzen in Landratsämtern, Rathäusern und seit letztem Dezember auch in der Staatskanzlei und auf drei Ministerinnensesseln.  Doch, nur weil ein LINKER Ministerpräsident ist, „bricht nicht gleich der Sozialismus aus“, weiß auch Bodo Ramelow, denn dafür brauche es gesellschaftliche Mehrheiten.  Die „bunte Truppe“, wie sie Gregor Gysi schon 1990 nannte, hat das Potential dafür.  

 

Den Ring um die Partei gesprengt

 

Oft totgesagt, hat die Partei die  Wendezeit überstanden. Hatte die PDS in Thüringen 1990 noch 43.000 Mitglieder, sind es heute nur noch 5.000. Die Menschen mögen weniger geworden sein und viele Kämpfer der ersten Stunde nicht mehr unter uns, aber der Einsatz stimmte immer. Peter Dietl, Landtagsabgeordneter der ersten Stunde, sagte 1990: „Ziel muss sein, den Ring um die PDS zu sprengen“. Ein ernsthafter Versuch war 1997 die „Erfurter Erklärung“.  

Oft war es dennoch schwer, gegen die üblen Anfeindungen und Verleumdungen anzukämpfen, aber viele haben 25 Jahre und länger für die gemeinsame Idee einer besseren, gerechteren und friedlicheren Welt gekämpft.

Eine von so vielen ist Tamara Thierbach.  „Sie hat in Erfurt über Monate Rentenberatungen durchgeführt, sie hat sich und ihre Mitarbeiter dafür qualifiziert. Menschen haben in langen Schlangen gewartet, um die Hilfe in Anspruch zu nehmen“, würdigte Susanne Hennig-Wellsow. Heute ist Thierbach Erfurter Bürgermeisterin und steht exemplarisch für die Entwicklung der 25 Jahre.

Vieles hat sich seitdem verändert. Heute fast unvorstellbar, war das politische Klima damals derartig vergiftet, dass Prof. Gerhard Riege in den Suizid getrieben wurde. Mittlerweile dagegen ist die Erkenntnis auf dem Vormarsch, dass es in der DDR nicht nur Unrecht, sondern auch Erhaltenswertes gegeben hat. 

 

Verhältnisse im Hier und Heute verbessern

 

Eines aber hat sich nicht geändert. Der Partei geht es darum, „die Verhältnisse im Hier und Heute zu verbessern und für eine grundlegend gerechte Gesellschaft einzutreten – fern ab von Profit- und Machtdenken, von Umweltvernichtung und Krieg, von Ausbeutung und Ungerechtigkeit“, sagt Susanne Hennig-Wellsow. Für den Landesverband gelte es noch immer, drei Aufgaben zu erfüllen, die 2004 von der PDS als „strategisches Dreieck“ beschrieben wurden: „Die Mitgestaltung unserer Gesellschaft im Hier und Heute im Interesse der Menschen – sozial, demokratisch, friedlich und ökologisch. 

Der Protest und Widerstand gegen die Zumutungen des Kapitalismus. 

Und das Beharren auf einer besseren Alternative zur Ellbogengesellschaft, den demokratischen Sozialismus.“                                              

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