28. Juli 2015

Bausewein kein Bürgermeister des Friedens?

Andreas Bausewein und Ute Hinkeldein beim Hiroshima-Gedenken 2010 in der Kaufmannskirche. Damals durfte sich der Erfurter OB noch „Mayor for Peace“ nennen. Foto: th

Von Ute Hinkeldein

 

Der Aktionskreis für Frieden e.V. hatte sich im Jahr 2000 einem Aufruf der Bonner Friedenskoordination „Mein Bürgermeister soll Bürgermeister des Friedens werden“ angeschlossen.

Nun ging es darum, den damaligen OB Ruge (CDU) zu überzeugen. Schließlich unterzeichnete er im Jahr 2004 die Papiere und seit dieser Zeit hat Erfurt einen „Mayor for Peace“.

Nach gewonnener Wahl trat schließlich im Jahr 2006 der fast noch jugendliche Andreas Bausewein (SPD) das Amt als Oberbürgermeister von Erfurt an. Sofort ging ich mit den Unterlagen zu ihm ins Büro und er unterzeichnete ohne zu zögern.

Was ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht wusste: Das Dokument, das ich vorgelegt hatte, war eine Unterstützer-Erklärung deutscher Bürgermeister zur Abschaffung von Atomwaffen, die zeitlich begrenzt war und am 31.12.2010 erlosch.

Niemand ärgert sich über diesen Fehler so sehr, wie ich selbst. Unwissend hatte ich in vielen Reden immer wieder betont, dass Erfurt einen „Mayor for Peace“ hat.

Als Roland Büttner Anfang 2014 im Internet danach schaute, war Erfurt nicht im Verzeichnis vertreten. Er rief mich an und informierte mich, dass mit meinen Angaben etwas nicht stimmen kann. Ich habe sofort alles überprüft und wollte es gleich berichtigen. Aber Roland Büttner ließ es sich nicht nehmen, alles schnell in die Wege zu leiten.

Er hatte auch die Idee, aus diesem Anlass ein kleines Bürgerwäldchen anzulegen. Hier habe ich darauf hingewiesen, dass OB Andreas Bausewein aus Anlass der Erstunterschrift 2007 gemeinsam mit mir die Friedenslinde auf dem Erfurter Petersberg pflanzte. Die Linde konnte in diesem Jahr ihren 8. Geburtstag feiern und wächst und wächst.

 Im Namen des Aktionskreises für Frieden bin ich Herrn Büttner dankbar, weil ohne ihn niemand den Fehler entdeckt hätte. Das Büro in Hannover hatte mir eine Mail geschickt, mit dem  Hinweis: „Das geht sicher alles ganz schnell, denn wer schon einmal unterzeichnet hat, tut es auch wieder.“

Ich würde mich noch mehr freuen, wenn nicht nur am Flaggentag die Fahne des „Mayor for Peace“ am Rathaus hängt. Übrigens ist Thüringen bei den „Mayors for Peace“ ganz stark vertreten. Allein im Juni 2015 traten acht Städte der Erklärung zur Abschaffung von Atomwaffen bei, darunter Eisenach und Weimar.

Als Verein haben wir OB Andreas Bausewein für Donnerstag, den 13. August, 17:00 Uhr auf dem Erfurter Anger zum Gedenken an den 70. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima und Nagasaki eingeladen.

Ob er wohl kommt?