16. Juni 2015

25 Jahre Prinzip „kritische Begleitung“

An der UNZ kommt seit 25 Jahren keiner vorbei, nicht nur beim Tag der offenen Tür im Landtag: Weder Landtagspräsident Carius noch die LINKE Landes- und Fraktionsvorsitzende.

Von Dieter Hausold

 

Wie bei vielen Dingen, die wir in der Wendezeit auf den Weg brachten, gab es bei mir eine große Ungewissheit, wie weit dieser Weg uns führen würde. Wie lange es diese UNZ geben würde. Wäre ich damals dazu befragt worden, hätte ich ihr wohl kaum 25 Jahre gegeben. Dazu waren in jener Zeit viel zu viele Unwägbarkeiten im Spiel. Heute haben wir die Gewissheit, die UNZ kann auf zweieinhalb Jahrzehnte ihres Erscheinens zurückblicken. Die Mühen des Anfangs haben sich also gelohnt, die Zeitung ist Teil unseres Landesverbandes und erreicht nicht wenige Interessierte über diesen hinaus.

Letzteres zu erreichen war von Anfang an ein Ziel ihrer Macher. 1990 hatten sich die ehemaligen Bezirkszeitungen von der SED emanzipiert. Allerdings führte das in deren Redaktionen auch zu einer Blockadehaltung gegenüber der PDS. Zu lesen war dort in der Regel, was die SED negativ zu verantworten hatte und das die PDS unfähig wäre, sich davon zu distanzieren. 

Bei den elektronischen Medien in war es nicht anders. So stand für einen kleinen Kreis ehemaliger „SED-Journalisten“ die Herausforderung, mit einer neuen Zeitung wenigstens eine kleine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Eine genau genommen unlösbare Aufgabe. Deshalb wurde das Projekt oft in Frage gestellt. Dazu kamen nicht zuletzt wirtschaftliche und finanzielle Probleme. Um so erstaunlicher, dass sich Verlag, Redaktion und PDS dennoch nicht von der Zeitung abbringen ließen.

Die Leistung der UNZ-Redaktion aus den Anfangsjahren bestand vor allem auch darin, mit dem Prinzip „Organ“ der Partei zu sein gebrochen zu haben. Ihr Prinzip war von Anfang an, die kritische Begleitung der Entwicklung der PDS und ihres Landesverbandes. Sie hat mit Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt den Demokratisierungsprozess von der SED zur PDS in Thüringen begleitet. Dabei setzte und setzt die Redaktion auf wichtige Prinzipien. So war und ist sie mit ihren Leserinnen und Lesern eng verbunden und es wurde möglich, trotz immer prekärer werdender Personalsituation, auf die wichtigsten Entwicklungen in allen Teilen Thüringens einzugehen. Viele KommunalpolitikerInnen prägen das Bild der Zeitung mit. Die gute Berichterstattung aus der Landtagsfraktion verdeutlichte landespolitische Probleme mit alternativer Sicht und wurde damit für viele außerhalb von Partei und Fraktion zu einer wichtigen Informationsquelle. Die Zeitung war und ist ein Forum für Bürgerinitiativen gegen überhöhte Kommunalabgaben. Sie vermittelte die Positionen von Initiativen zum Erhalt der Theater und Orchester und war und ist Begleiterin der Initiativen von „Mehr Demokratie“.

Neben diesen landespolitischen Themen vermittelte die UNZ wie gesagt auch die Entwicklung der Partei. So die Vereinigung mit der WASG oder die in Thüringen besonders vielfältig und transparent geführte Debatte zum Erfurter Programm. Es ist den Redaktionen gelungen zu verdeutlichen, welche Veränderungen unser Land braucht, um sozialer und demokratischer zu werden. Möglich war das aber auch deshalb, weil es seit Jahren eine engagierte Verlagsleiterin gibt, die die wirtschaftlichen und verlegerischen Voraussetzung für die Existenz der Zeitung stets erstritten hat. Eine umfassenden Gegenöffentlichkeit kann von einer vierzehntägig erscheinenden Zeitung mit relativ geringer Auflage nicht erwartet werden. Mit der Entwicklung linker Politik in Thüringen hat jedoch mehr zu tun, als manche meinen. Deshalb ist die UNZ auch ein Baustein unseres Wahlerfolgs von 2014, der in die erste linksgeführte Regierung in unserem Land mündete. 

Die UNZ, davon bin ich überzeugt, wir uns dabei auch weiterhin kritisch begleiten. Sie wird darauf schauen, das wir nicht nur besser regieren – was schon sehr viel wert ist – sondern, sie wird uns immer wieder Fragen, was wir im Land verändern, um es mit den Menschen sozialer, gerechter und demokratischer zu gestalten.