11. August 2015

„Mein Gott, was haben wir getan?“

 

Die erste Atombombe, die am 6. August 1945 auf Hiroshima geworfen wurde und der am 9. August eine weitere auf Nagasaki folgte, ist die schlimmste Massenvernichtungswaffe und die größte Gefahr für die menschliche Zivilisation. „Mein Gott, was haben wir getan?“, schrieb ein Besatzungsmitglied der US-Bombers Enola Gay damals in sein Tagebuch. Doch nicht jeder denkt ausschließlich mit Trauer und Abscheu an dieses letzte Kriegsverbrechen des von Hitlerdeutschland und Japan gemeinsam entfesselten Massenmordens im 2. Weltkrieg. Wer ernsthaft glaubt, die Bomben hätten Leben gerettet, glaubt auch die Landung in der Normandie und nicht der Sieg der Roten Armee in Stalingrad, wäre die Wende des Krieges gewesen. Japan, darin sind viele Historiker heute einig, war längt zur Kapitulation bereit. Trotzdem mussten weit mehr als 200.000 Menschen sterben. Viele verdampften im Hölleninferno, nur noch ein Schatten blieb. Andere durchlebten Jahre des qualvollen Dahinsiechens, verursacht durch die Spätfolgen der radioaktiven Verseuchung. Und die Schrecken der Atombombe gingen weiter. 

Im Kalten Krieg zündeten die USA und die UdSSR Atombomben wie Silvesterknaller. Rücksicht auf Menschen und Umwelt, ob auf pazifischen Atollen oder in der kasachischen Steppe, wurde keine genommen. Trotz Versuchen, dem atomaren Wettrüsten, einen Riegel vorzuschieben, lagern heute noch tausende Atomwaffen in den Arsenalen – genug, um jedes menschliche Leben auf dem Planeten auszulöschen. Die Gefahr eines Atomkrieges ist dabei keineswegs gebannt. „Die USA und Russland bringen ihre Arsenale auf den neuesten technischen Stand, von gemeinsamen Abrüstungsbemühungen kann keine Rede mehr sein. 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen bedrohen immer noch mehr als 15.000 Atomwaffen die Menschheit“, erklärt Gregor Gysi. „So wichtig es war, die Atomgespräche mit dem Iran zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, so sehr versagen die Atommächte bei der eigenen nuklearen Abrüstung“, sagt der Vorsitzende der Linksfraktion mit Blick auf das anhaltende Säbelrasseln in Sachen Ukraine-Krieg und den absurden Plänen für ein Raketenschutzschild. 

Wird der Traum von einer Welt ohne Atomwaffen jemals in Erfüllung gehen? „Wir können glaubwürdig den Verzicht auf Atomwaffen nur durchsetzen, wenn die Atommächte ihre Atomwaffen ernsthaft abbauen, bis hin zu Null. Andernfalls hört das Bestreben, sich durch den Besitz von Atomwaffen unangreifbar zu machen, in vielen Ländern nicht auf. Auch Deutschland kann einen Beitrag zur nuklearen Abrüstung leisten“, so Gysi.  Wie beim Thema Waffenhandel generell, sieht es nicht so aus als ob mit der aktuellen Bundesregierung Bewegung in die Sache kommen könnte, denn „entgegen vergangener Ankündigungen aus der Bundesregierung sollen auch die in Deutschland verbliebenen US-Atomwaffen nicht abgezogen, sondern ab 2017 durch modernere ersetzt werden. Immer mehr Staaten fordern ein Verbot von Atomwaffen und unterstützen die so genannte „Humanitäre Initiative“, um diese völkerrechtliche Lücke zu schließen und die grausamste Massenvernichtungswaffe zu ächten. Deutschland muss sich dieser Initiative anschließen und die Stationierung amerikanischer Atomwaffen in Deutschland, als einen ersten Schritt zu einem atomwaffenfreien Europa und einer atomwaffenfreien Welt, beenden“, ergänzt Susanne Hennig-Wellsow, Vorsitzende der Partei DIE LINKE. Thüringen. 

 

Hiroshima und Nagasaki mahnen, die Menschheit von der Geisel der Atomwaffen zu befreien!                

th