25. August 2015

Flüchtlinge helfen bei der Denkmalpflege

Gemeinsam: Im Altenburger Land arbeiten Flüchtlinge und Einheimische beim 1. Sommerworkcamp Hand in Hand. Foto: LRA

Von Jana Fuchs

 

Es war ein Experiment. Und es ist gelungen. Während der Sommerferien arbeiteten Jugendliche aus dem Altenburger Land und  Flüchtlinge gemeinsam an ehrenamtlichen Projekten in der Denkmalpflege.

Der Förderverein Denkmalstiftung Altenburger Kulturlandschaft hatte die Idee dazu, genauer gesagt dessen Vorsitzende Maria Kühl. In Zusammenarbeit mit dem Meuselwitzer Bildungszentrum und dem Landratsamt wurde schließlich das 1. Sommerworkcamp in der Denkmalpflege auf die Beine gestellt,

Zum Wohle der Gemeinschaft etwas Sinnvolles tun, zusammen arbeiten, kommunizieren, essen und lachen, die unterschiedlichen Kulturen kennenlernen und Vorurteile gegen Flüchtlinge abbauen – das war Ziel des unter dem Motto „Bock aufs Altenburger Land“ stehenden dreiwöchigen Projekts. Ein Dutzend Asylbewerber aus Afghanistan, Somalia sowie Eritrea und ebenso viele deutsche Jugendliche aus dem Landkreis hatten sich für das Camp angemeldet. In drei verschiedenen Objekten standen die verschiedensten Arbeiten an: Während im Altenburger Paul-Gustavus-Haus in der ersten Projektwoche alte Fenster saniert wurden, waren in der Agneskirche Wandputz- und Malerarbeiten im Kircheninneren zu erledigen. Ein besonderes Großprojekt wartete in Lumpzig an der Bockwindmühle auf die Teilnehmer. Hier ist die großangelegte Sanierung des ehemaligen Stallgebäudes bereits seit vergangenem Jahr in vollem Gange. Die Fassade, das Dach, das Scheunen-innere – alles muss erneuert werden, um das historische Gebäude zu erhalten, in das – wenn in ein, zwei Jahren hoffentlich alles fertig ist – eine historische Bäckerei sowie eine Käse- und eine Senfwerkstatt einziehen sollen. Engagiert packten die deutschen und ausländischen jungen Leute mit an, halfen bei der Verlehmung der Gefächer an der Fassade und bei Arbeiten an den Wänden und am Dachstuhl. Für Projektinitiatorin Maria Kühl und Landrätin Michaele Sojka ist das inzwischen beendete Workcamp, das im kommenden Jahr eine Wiederauflage erleben könnte, ein voller Erfolg: „Mit dem Workcamp konnten wir junge Leute aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen, Hemmschwellen abbauen und Jugendliche aus der Region für unser Baukulturerbe im Landkreis begeistern“, resümiert Maria Kühl. Und Michaele Sojka fügt an: „Ich war sehr gern Schirmherrin dieses interkulturellen Projektes und hoffe sehr, dass es keine einmalige Sache war. Ich bin froh, dass es Sponsoren und Kooperationspartner gab, die diesen erfolgversprechenden Beginn sehr unterstützten. Die Bockwindmühle ist eines der Projekte, die in diesem Jahr auch aus dem Regionalbudget unterstützt werden konnte und die Sanierung nimmt nun langsam Formen an, so dass man sich vorstellen kann, was einmal daraus werden soll.“