8. September 2015

10 Jahre „Frisch, frech und froh“

Statt mit drögen Sonntagsreden wurde die Geschichte des Stadt-Natur-Gartens duch die Lagunauten spielerisch erklärt. Foto: th

„Lagune-Impro-Theater – Frisch, frech und froh“, mit diesem Ruf zogen die Lagunauten und ihre Gäste am 5. September durch den Stadt-Natur-Garten in der Erfurter Werner-Uhlworm-Straße. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens hatten die Aktiven ein Fest organisiert. Den Auftakt dazu machten nicht die sonst bei solchen Veranstaltungen üblichen „Sonntagsreden“, sondern – typisch Lagune – etwas Unkonventionelles. Mit Spielen wie Tabu, Pantomime oder „menschlichen Dias“ wurde die Vielschichtigkeit des Urbanen Gartens, die Geschichte und die vielen kleinen Besonderheiten zum Amüsement der Gäste präsentiert.
Das Lagune-Cafe gab es schon von Beginn an. Dort gibt es bis heute kos-tenlos oder gegen Spende Kuchen. Und auch sonst wird gut und vor allem bio, regional und nachhaltig in der Lagune gespeist. Selbst das Pilsner Bier erfüllt diesen Anspruch. Und weil der Mensch hernach nicht immer bis nach Hause rennen oder die Lagune-Nachbarn nerven will, wurde extra ein Kompostklo entwickelt – ohne Wasser, aber „ein Deluxe-Trohn aus Holz“, wie Lagunaut Frank Mittelstädt es nannte. Ein Jahr wurde an dieser Erleicherungsanstalt gezimmert. „So ist das beim Ehrenamt: Kommt der eine nicht, kommt dafür der andere“, sagte Mittelstädt, der mit viel Witz und Farbe die Feierlichkeiten moderierte. 
Natürlich gibt es in der Lagune noch mehr zu entdecken. Dazu gehören verschiedene Arten von Hochbeeten – nicht nur interessant zum Anschauen, sondern wegen der Kontaminierung des Bodens, auf dem Gelände einer früheren KFZ-Schlosserei, absolut notwendig. In einigen der Beete wurden Kapillarsperren eingebaut, um ein Eindringen von verschmutzem Wasser in die Erde zu verhindern. Andere Hochbeete, wie das liebevoll „Pirateschiff“ genannte, wurde an nur einem Tag mit einem sozialen Träger gebaut. An anderen Stellen wurden Euro-Paletten recycelt, ein großer und vor allem lehrreicher Spaß für eine Gruppe aus einer Erfurter Kita.  
Für Kinder ist die Lagune generell ein toller Ort. Ob einfach nur in der Hängematte liegen, im Sandkasten spielen oder auf dem erst dieses Jahr fertiggestellten Naturlehrpfad etwas über verschiedene Bäume oder was da so kreucht und fleucht zu erfahren – in der Lagune scheinen die Möglichkeiten beinahe grenzenlos. 
Auch die Kultur und die Politik kommen nicht zur kurz: Ob Pogo, Punk oder Ska, „Erdbeerfilmnächte“, das Globale Filmfestival und Veranstaltungen verschiedener lokaler Akteure: Die Lagune, das ist gelebte, bunte Vielfalt. Das unterstützt auch die Linksfraktion mit einer Spende von 400 Euro aus dem Topf der „Alternative 54„“, die Karola Stange persönlich vorbei brachte. 

Auf die nächsten zehn Jahre. Weiter so! Seid Vorbild, damit noch viele weitere Nachahmer entstehen.  

th