2. Oktober 2017

Wehret den Anfängen!

Köln 1945, Erfurt 2017. Wehret den Anfängen! Foto: th

Was lange schon klar war, ist schaurige Gewissheit: Zum ersten Mal seit 1945 sitzen wieder Nazis in Fraktionsstärke im Parlament. Der historische Vergleich mag übertrieben wirken. Aber wenn extreme, rassistisch-nationalistische Positionen schon salonfähig werden in Zeiten, in denen es vielen, trotz aller sozialer Probleme, noch relativ gut geht, was mag erst passieren, wenn eine neue große Weltkrise heraufdämmert? Diverse Kriege, Terrorismus, Eurokrise, Griechenland oder der Klimawandel sind ungelöste drängende Probleme. 

 

Die AfD ist die moderne Nazipartei  

 

An deren Lösung ist die AfD gar nicht interessiert. Sie will das Parlament zu einer Hass- und Rotzbude verkommen lassen und sie will natürlich an die Macht. Denkt man an die von dem Thüringer AfD Chef Höcke geforderte erinnerungspolitische 180-Grad-Wende, scheint das Bild einer im 2. Weltkrieg zerstörten deutschen Stadt oder gar die Leichenberge von Auschwitz und Buchenwald gar nicht mehr so überzogen. In den Hirnen der von Algorithmus-Filterblasen Verblendeten werden durch moderne Nazis wie Gauland, Höcke oder Brandner Fantasien von Kriegen der Kulturen und vom Völkermord gezüchtet. Ex-CDUler Gauland, neben Steuerflüchtling Alice Weidel, neuer AfD-Fraktionschef im Bundestag, will wieder deutsche Kriegsverbrecher aus beiden vom selbst ernannten Land der Dichter und Denker losgebrochenen Weltkriegen ehren. Die Toleranzgrenze ist nicht erst mit solchen Aussagen überschritten. Das sind Nazis und das muss auch klar gesagt werden!

 

Teil der AfD-Wähler von der LINKEN zu überzeugen?

 

Falsch wäre es allerdings, alle AfD-Wählerinnen und Wähler ausnahmslos in den braunen Topf zu werfen. „Es gibt insbesondere im Osten eine nicht geringe Überschneidung zwischen unserem Wählerpotenzial und dem der AfD. Diese Menschen sind keine Rassisten, sondern schlicht wütend und unzufrieden. Es muss zukünftig noch viel klarer unser Ziel sein, diese Menschen von der LINKEN zu überzeugen!“, sagte Sahra Wagenknecht. Was zukünftig die beste Strategie gegen die AfD sein wird, darüber wird es intensive Debatten geben, nicht nur innerhalb der  Linken.

 

Nach oben schauen und nicht nach unten treten!

 

Die CDU in Sachsen ist bereits ein Musterbeispiel dafür, wie man auf die Rechten nicht reagieren darf, findet Katja Kipping. „ Jahrelang hat sie deren Deutungsmuster übernommen, braune Umtriebe verharmlost und mit den Rechten geklüngelt – das Ergebnis: Sie, die Rechtsextremen, sind dort nun die stärkste Kraft. Das zeigt: Man bekämpft die Rechten nicht, indem man selbst nach rechts rückt, sondern nur durch eine klare Kante gegen Rassismus und durch ein unmissverständliches Eintreten für Solidarität“. Mit Treten nach Unten, mit Abschottung und Hetze gegen Minderheiten sei noch nie mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Sicherheit für alle geschaffen worden, so DIE LINKE Bundesvorsitzende. Kipping ergänzte: „Nur wenn die Unten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, können wir dafür sorgen, dass der wachsende Reichtum endlich allen zu Gute kommt. Wer wissen will, wo das Geld der Mittelschichten und Armen hin geht, sollte nach oben schauen und nicht nach unten treten.“

 

th 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/artikel/wehret-den-anfaengen/