13. Februar 2018

Thüringer Vielfalt

25 Jahre herrschte die CDU in Thüringen. Am Ende glaubten manche schon, das Land würde ihr alleine gehören. Mit der Gerechtigkeit und den Zukunftschancen stand es schlecht. Im Herbst 2014 kam die Quittung für ein viertel Jahrhundert verfehlte Politik und erstmals übernahm eine rot-rot-grüne Regierung mit einem LINKEN Ministerpräsidenten, neudeutsch R2G genannt, die Amtsgeschäfte. Zur Überraschung vieler Kritiker ist diese stabil und skandalfrei. Drei Jahre sind wenig Zeit, um Versäumnisse und Fehler aus 25 Jahren schwarzer Traurigkeit auszubügeln. Während in Berlin eine neue GroKo weiter die Zukunftschancen verspielt wie alle jene, die glauben, dass Rassismus und  Nationalismus eine Alternative für irgendetwas sein können, packt R2G selbst in Bereichen an, in denen es richtig weh tut. 

 

Statt Menschen gegeneinander auszuspielen, müssen wir dringend über die Frage reden: Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie und für wen wollen wir arbeiten? Wo kriegen wir unser Essen und unseren Strom her? Wem gehört das Krankenhaus, die Müllabfuhr und das Wasserwerk? Wollen wir unsere Demokratie weiter entwickeln oder sollen Konzerne und Banken allein über unser Leben bestimmen?

 

Eine progressive Regierung wie R2G ist die eine Seite. Mehr Gerechtigkeit und praktische Innovationen für alle können Politiker aber  nicht alleine schaffen.  Mag das kleine Thüringen auch mancherorts über einen Aderlass, vor allem junger Menschen klagen, gibt es doch zwischen Sonneberg und Nordhausen, zwischen Gera und Eisenach eine überaus bunte Vielfalt. Aber warum reduziert man unsere Größe auf Würste und Klöße, fragte schon einst Rainald Grebe.

 

Damit Thüringen künftig mit mehr verbunden wird, müssen zukunftsorientierte Lösungen her, Kleinteiligkeit und Kannibalisierung unterbunden werden. Daran arbeitet Ministerpräsident Bodo Ramelow jeden Tag.  Sei es der oft unbemerkte Kampf gegen die Werraversalzung, das wieder ankoppeln Osthüringens an den Fernverkehr, Mobilität für alle, die Energiewende samt Kommunalisierung der öffentlichen Daseinsfürsorge von der Müllabfuhr bis zum ÖPNV, den Erhalt der kulturellen Vielfalt, zukunftsfähige Schulen und und und ...  

 

Die Aufgaben sind gewaltig und die Vorzeichen in Berlin ungünstig. Aufgeben war aber noch nie etwas, das man Bodo Ramelow nachsagen konnte. Und aufgegeben wird in Thüringen unter R2G kein Mensch. Auch nicht die Langzeitarbeitslosen, für die jetzt  1.000 Stellen  im öffentlich geförderten Beschäftigungssektor geschaffen wurden – frei von Diskriminierung wie einst bei den ABM oder heute den 1-Euro-Jobs. Woran Bodo Ramelow und R2G noch arbeiten, lesen sie im ausführlichen Exklusivinterview.

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/politik_im_land/detail/artikel/thueringern-vielfalt/