27. Februar 2018

Von der Unterdrückung der Menschen

Von Christine Schirmer

 

„Viel zu lang Kapitalismus, aber er kam unangekündigt und geht auch, ohne Tschüss zu sagen.“ Der in Alltag und Kunst häufig zitierte „Gott aus der Maschine“, dem das neue Album von Albino und Master Al, welches Ende Januaer online erschien, seinen Titel verdankt, wird hier inszeniert als die große Masse der (in erster Linie vom Kapitalismus) Unterdrückten, die sich gegen dieses System auflehnen. Im Gegensatz zu der zumeist intendierten Willkür und Spontaneität dieser Redewendung stellen die beiden Rapper deutlich klar, gegen welchen Konflikt sie sich positionieren: „Rassismus, Klassismus, Sexismus in junger Gestalt, doch Argumente sind Jahrhunderte alt.“

Albino ist bekannt für sein Engagement in der Tierrechtsbewegung, als überzeugter Antispeziesist tritt er des Öfteren auf entsprechenden Veranstaltungen wie Demos, aber auch in veganen Restaurants oder auf veganen Straßenfesten auf. Bei der Beschäftigung mit seinen Texten wird jedoch schnell deutlich, dass Antispeziesismus für ihn auch mit dem Leben der Menschen und der Ausbeutung der Erde zusammenhängt, seine politischen Ansichten prägen ihn auf eine umfassende Art und Weise. Master Al trat bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit Albino live auf, eine Kollaboration der beiden Künstler konnte man sich nach Albinos vier vorangehenden Projekten mit anderen Musikern, von denen zwei auch an diesem Album mitwirkten, nur wünschen.

Die 13 Tracks auf „Deus ex Machina“ handeln von der großen Thematik der Unterdrückung der Menschen durch politische Systeme; wie erwartet geben Albino und Master Al sich allerdings nicht damit zufrieden, leere Phrasen zu reproduzieren. Vielmehr werden auf dem auch musikalisch sehr stimmigen Album zahlreiche Aspekte angesprochen, so zum Beispiel der Zustand der deutschen Bundeswehr, das Verhalten des Menschen in seiner gesellschaftlichen Position, Politiker und deren Vorgehen, Inspiration und Kunst, aber auch ganz persönliche Überlegungen und Gedanken: „Schmaler Grat zwischen Nichtstun, Entspannung und Lethargie, die Lawine kommt ins Rollen, begräbt die Fantasie.“ Der Zuhörer kann erleichtert aufatmen, denn Albino und Master Al haben den Kampf gegen derartige Gedanken wieder einmal erfolgreich gewonnen und mit ihrem neuen Album ein facettenreiches, berührendes und motivierendes Stück Kunst vorgelegt.

Kostenloser Download unter: https://art4real.de