13. Dezember 2011

Bunte Republik statt brauner Sumpf …

Foto: privat

Regen, feuchte Kälte, Wind und grauer Himmel waren die unerwünschten Begleiter der Jenaer Großveranstaltung „Rock gegen rechts“ am 2. Dezember. Trotzdem: Sie kamen alle! Fast 60.000 friedliebende, demokratisch gesinnte Menschen bekundeten auf der Jenaer Oberaue ihre unabänderliche Entschlossenheit im Kampf gegen den braunen Terror. Jena als multikulturelle Stadt mit einmaliger Kultur und Geschichte, mit klugen Köpfen und großartigen Menschen lässt sich nicht einfach von Nazis und Faschisten kaputtmachen. Musiker, Politiker, Vereine, Initiativen und die Konzertbesucher forderten vehement das längst überfällige NPD-Verbot. Gemeinsam mit den Stars Udo Lindenberg, Peter Maffay, Silly, Toni Krahl von City, Clueso, Kowsky und Julia Neigel setzten sie Zeichen gegen Nazis und deren Verbrechen, gestalteten einen unvergessenen Nachmittag und Abend. Julia Neigel, immer noch Deutschlands größte Blues-, Rock- und Soulsängerin zog mit ihrer faszinierenden, hochprofessionellen Stimme die Massen in ihren Bann. Aber auch die Altrocker Maffay und Lindenberg, begleitet von exzellenten Musikern und Sängern, brachten das Publikum in Hochstimmung. Beim Klassiker „Wozu sind Kriege da?“ wurde Lindenberg von Jenaer Kindern unterstützt.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel regte im Vorfeld an, ein solches Megaereignis auszurichten und stieß bei Udo Lindenberg sofort auf begeisterte Zustimmung. Bei dem von ihm mitinitiierten Konzert sagte Lindenberg: „Es ist unerträglich, dass die braune Jauche in manchen Orten die Regie übernommen hat“. Er würdigte auch das Engagement der Stadt Jena gegen Rechtsextremismus.  „Man sollte nicht in den gefährlichen Fehler verfallen, den Rechtsextremismus als ein rein ostdeutsches Problem zu betrachten“, erklärte der Thüringer Musiker Clueso. „Neonazis sind definitiv kein Überbleibsel vom Untergang der DDR. Rechtsextremismus findet man in der gesamten Republik“.


Reiner von Zglinicki