8. Oktober 2014

„Kunst in Kirchen“ – ein großartiges Projekt im Norden Thüringens

Es war im Mai dieses Jahres, als ich für mich eine echte Entdeckung machte. Da lernte ich nämlich Ines Gliemann von der Unteren Denkmalbehörde des Unstrut-Hainich-Kreises und die Aktion „Kunst in Kirchen“ kennen, die sie zu dieser Zeit schon zum 7. Mal organisierte. Zeitgenössische Kunst von ganz unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern aus Thüringen, ausgestellt in verschiedenen Kirchen des Landkreises – eine fantastische Idee. „Mit ‚Kunst in Kirchen‘ wollen wir hauptsächlich den Blick auf unser bauliches Erbe in den Dörfern lenken“, erklärte mir Hauptorganisatorin Gliemann. „Kirchen als Baudenkmale und spirituelle Orte, Orte der Kontemplation und der Kommunikation sollen wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken“. Das Projekt wolle vor allem die Wiederentdeckung der Dorfkirchen – auch als aktuelle Mitte der Gemeinde – befördern, um ihnen so eine Zukunft zu sichern. Es wolle veränderte Sichtweisen ermöglichen, Mitverantwortung stärken und Zugänge auch für Menschen anbieten, die Kirche und Religion ansonsten fern stünden. 

In diesem Jahr wurden für die knapp siebenwöchige Ausstellungsdauer vom 16. August bis zum 3. Oktober sieben Orte mit evangelischen und katholischen Kirchen zwischen Hainich und Eichsfeld ausgewählt. Alle dort gezeigten Kunstwerke befassten sich im weiteren Sinne mit dem Thema „Licht und Schatten“ und waren über die gesamte Aktionsdauer allen Interessierten frei zugänglich. Ein wesentlicher Bestandteil von „Kunst in Kirchen“ sind die Veranstaltungen an den ausgesuchten Ausstellungsorten: Konzert, Theater-  aufführungen, Puppen- und Musiktheater …

Am 19. September konnte ich dann in Großengottern, in der St. Andreas Spitalkirche erleben, wie dieses Projekt funktioniert und wirkt. Dort stellte der Weimarer Künstler Walter Sachs aus, und an diesem Abend gab es zusätzlich ein Blues- und Folkkonzert des Duos Doc & Josa. Es war ein kurzweiliger und interessanter Abend und „Kunst in Kirchen“ ist ein tolles Projekt, das hoffentlich auch in die 8. Runde gehen wird.

Sigrid Huppach