24. Februar 2015

One Billion Rising: tanzend gegen Gewalt an Frauen

Foto: Jenaer Frauenhaus e. V.

von Dr. Gudrun Lukin 

 

Traditionell wird der 14. Februar eigentlich als Valentinstag, als Tag der Verliebten, angesehen. 2012 initiierte die New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler genau für diesen Tag eine Kampagne, die große Unterstützung fand. Tanzend und singend erhoben in vielen Ländern Frauen und Mädchen ihre Stimme gegen häusliche und sexuelle Gewalt, gegen die Missachtung ihres Rechtes auf Selbstbestimmung. 2015 stand die Aktion unter dem Motto: Revolution/Strike/Dance/Rise!(auf Deutsch: Revolution/Streik/Tanzen/ Aufstand!)

Einer der Veranstaltungsorte war der Marktplatz in Jena. Frauenvereine wie Towanda e.V., das hiesige  Frauenhaus, die LAG Thüringer Frauenhäuser, Amnesty International, Iboamerica e.V. , die Grüne Jugend Jena und Institutionen starteten einen Aufruf gegen Gewalt und rund 60 TeilehmerInnen machten mit. Gründe gab es genug. Denn die 2014 veröffentlichten Ergebnisse der bislang weltweit größten Erhebung – es wurden 42.000 Frauen in 28 Staaten der EU durch die Agentur der EU für Grundrechte (FRA) befragt – sind erschreckend. Frauen in allen Ländern der EU erfahren Gewalt zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und im Internet. 

Allein 33 Prozent der befragten Frauen hatten seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren, 22 Prozent erlebten Gewalt in ihrer Partnerschaft, 18 Prozent der Frauen hatten Stalking erfahren müssen. Allein diese Zahlen zeigen, Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist  kein privates oder vereinzeltes Problem. Auch in Thüringen finden jährlich rund 3.000 Polizeieinsätze aus Gründen häuslicher Gewalt statt. Deshalb fordern wir einen Rechtsanspruch auf Schutz und Unterstützung für die Betroffenen von häuslicher Gewalt, mehr Unterstützung und bundesweit einheitliche Standard für bestehende Hilfsangebote, freie Frauenhauswahl und die Reformierung des Paragraphs 177 Strafgesetzbuch unter Mitwirkung der Frauenverbände. Der Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung hat sich dieser Aufgabe gestellt.