10. März 2015

Kann eine Bank Ethik?

Die Ethikbank, mit Sitz im thüringischen Eisenberg, gilt seit Jahren als ernstzunehmende Alternative zu den Praktiken der üblichen Geschäftsbanken.

Von Uwe Pohlitz

 

Auf jeden Fall vermittelt es die Bank gleichen Namens bei ihrer jährlichen Pressekonferenz. Mit einer humanitären Form von Bankgeschäften versuchen inzwischen mehrere Anbieter potentiellen Geldanlegern oder Kreditnehmern aus Gewissenskonflikten heraus zu helfen. Die EthikBank aus dem Thüringer Städtchen Eisenberg hat sich in den letzten Jahren um dieses Anliegen verdient gemacht und sogar dabei verdient.

Es gibt keine Geschäfte mit Firmen, welche irgendetwas mit Rüstung zu tun haben, Atomindustrie, Luftverschmutzer, Ausbeutungsexperten und Klimakiller haben keine Chance, Kunden dieser Bank zu werden.

Öko-Landwirte oder umweltbewusste Firmen sind gern gesehene Kunden beim Kreditgeschäft. Damit gehen die Anleger sicher, mit ihrem Geld nicht in unhumane Geschäfte verwickelt zu werden.

 

Riester-Rente für Streubomben

 

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass zahlreiche Rentenversicherungen, darunter auch die mit staatlichen Geldern geförderten „Riester-Produkte“, Geld der Sparer in die Hersteller von völkerrechtlich geächteter Streumunition investierten.

Durch Kampagnen von Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen ist inzwischen zu verzeichnen, dass diese Art von Geldgeschäften rückläufig ist. Leider bedeutet dies noch lange keinen kompletten Ausschluss von Rüstungsunternehmen. Atomwaffenproduzenten schließt zum Beispiel die Allianz als Anlage immer noch nicht aus.

Wer nicht auf Veränderungen in der Politik und in den Finanzinstituten warten will, hat durchaus die Möglichkeit, sich den alternativen Banken  anzuvertrauen.

Der Vorstandsvorsitzende der EthikBank, Klaus Euler, gewährte Pressevertretern Einblicke in die erfolgreiche Tätigkeit des von ihm vertretenen Institutes. Die Bankeinlagen sind um sieben Prozent gewachsen.

Das Eigenkapital der Bank ist mit 26 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie gesetzlich vorgeschrieben. Als Kreditgeber erfreut sich die Bank großer Beliebtheit. „Wer unsere ökologischen Förderkriterien erfüllt, den belohnen wir mit einem günstigen Zinssatz“, erklärte Euler.

Trotz der positiven Bilanz einer Bank ziehen am Horizont dunkle Wolken herauf. Etwa eine Milliarden Menschen auf der Welt hungern. In einigen Ländern müssen die Bewohner bis zu 80 Prozent ihres Einkommens (soweit sie überhaupt über Eines verfügen) für Nahrungsmittel aufwenden. Wird Essen teurer, dann entsteht Hunger trotz Überfluss. Durch Wetten auf Agrar-Rohstoffe wie Weizen oder Mais treiben Investmentbanken die Preise in die Höhe.

Für diese Zockerei im globalen Rohstoffkasino wird auch Geld eingesetzt, welches Kunden vieler Banken in Lebensversicherungen, Stiftungen oder andere Anlagen investieren.

 

EZB-Geldpolitik ist Problem für Sparer

 

Die Geldmarktpolitik der EZB ist das nächste große Problem unter dem vor allen die kleinen Sparer und Menschen mit geringen Einkommen zu leiden haben. Klaus Euler benutzte ein zutreffendes Bild. Das Geld wird für Spekulanten aus dem Hubschrauber abgeworfen. Die Niedrigzinspolitik vernichtet Sparguthaben und führt mit hoher Wahrscheinlichkeit  zur Inflation. Die Gewinner vergangener Inflationen sind hinreichend bekannt.

Finanzpolitische Themen erscheinen oft trocken. Es ist jedoch wichtig, sich ab und zu mit etwas Hintergrundwissen zu versorgen, um richtige Entscheidungen zu treffen.

Über einen Wechsel zu einer Bank mit humanistischer, ökologischer und ethischer Ausrichtung lohnt es sich zumindest einmal nachzudenken.