8. September 2015

Meine Arbeit mit Regisseuer Bennewitz

Fritz Bennewitz und Jens-Uwe Günther während Vorarbeiten zu Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ am DNT Weimar. Foto: Günther-Archiv

Diese Arbeit begann 1965 mit einer Bühnenmusik zu Goethes Faust I. Benewitz’ Vorstellungen von der musikalischen Seite der Inszenierung waren hoch angesiedelt. Ich war gerade ein Jahr mit dem Studium in Leipzig fertig, noch Theaterunerfahren und entsprechend nervös. Bennewitz schwebten genaue Klangbilder vor und er konnte es, im Gegensatz zu heutigen Regisseuren, genau erklären. Das half mir sehr. Auch die Tatsache, dass mir für die Realisierung das Opernensembles und die Staatskapelle zur Verfügung standen, war ein glücklicher Umstand. 

Obwohl Bennewitz wie auch ich später getrennte Wege gingen – er arbeitet viel in Entwicklungsländern – endete unsere Zusammenarbeit erst mit seinem Tod. Wir hatten in den Jahren viel Shakespeares gemacht und vor allem viel Brecht. Mit beiden großen Dichtern kannte sich Bennewitz bestens aus. Shakespeares Königsdramen, Brechts„3-Groschen-Oper“, „Edward I“, „Sezuan“, „Kaukasischer Kreidekreis“ und „die heilige Johanna der Schlachthöfe“ prägten Weimars Schauspielplan. Immer hatte Bennewitz mit gründlichen Konzeptionen die Schauspieler heraus gefordert und ihnen auch gleiches gegeben. Nicht zu vergessen sind die musikalisch gemeinsam gestalten. Damit und mit vielen Inszenierungen wurde das Schauspielensemble eingeladen zu Gastspielen in Belgien, Italien, Syrien,  Niederlande, Luxemburg und in die BRD.
Bennewitz’ künstlerischer Nachlass wird durch einen Arbeits- und Freundeskreis verwaltet, den Prof. Dr. Rolf Rohmer in Leipzig betreut und der inzwischen internationale Ausstrahlung gewonnen hat. Erschienen ist ein Buch über Benewitz’ sämtliche Faust-Inszenierungen in der DDR und im Ausland. Derzeit wird eine Ausgabe mit Arbeitsbriefen aus Indien vorbereitet und ins Englische übersetzt. Es gibt viel Interesse an seiner interkulturellen Arbeit. 
Für mich als Komponist und Theatermann war die Begegnung mit Fritz Bennewitz die wichtigste Weichenstellung für meine gesamte künstlerische Theaterarbeit.