11. August 2015

Kunst nicht nur für die oberen Zehntausend

Mehr als tausend Worte: Bemerkenswertes Gemälde des Erfurter „Farbklexexperten“ Frank Krause.

Auf dem Symposion „proForma“ kreierte Holzkunst.

Zum ersten, zweiten, dritten: Kunstauktion auf der Wiese.

Die große Kunst wird oft nur von Wenigen verstanden und noch weniger können sie sich leis-ten. Das Kunst aber nicht nur etwas für bourgeoise Galerien der obersten Zehntausend, sondern für jedermensch sein kann, bewies zum sechsten Mal das Team vom Erfurter Kunstrasen. 

Vor allem Künstler aus Erfurt und Thüringen nutzten gerne die Chance, sich einem interessierten und überwiegend sehr jungem Publikum mitten „im Grünen“ zu präsentieren. Bei Kunstauktionen wechselten zahlreiche Werke die Besitzer und selbst einige Kinder konnten ihre, auf der Kunstrasen-Spielwiese kreierten Werke, an den Mann bzw. die Frau bringen.  

Bereits vor dem Kunstrasen wurden im Juli beim Symposium „proForma“ einige bemerkenswerte Holzkunstwerke kreiert – erstaunlich, was das Zusammenspiel aus martialisch knatternden Kettensägen und filigranen Schnitzeisen bewirken kann. 

Umrahmt wurde das Festival von einer ganzen Reihe Bands unterschiedlichster Stilrichtungen. Die Bandbreite reichte dabei vom klassischen Rock ’n’ Roll bis hin zum Electro – typisch für die Vielfalt des Kunstrasens. 

Dieses alternative Kunst- und Kulturfest ist durch seinen Bohemé-Charakter politischer als vielen der Besucher bewusst ist. Das liegt nicht nur an dem Auftritt des Liedermacher-Duos „Kalter Kaffee“, sondern vor allem an Künstlern wie dem „Farbklexexperten“ Frank Krause aus Erfurt. Auf einem seiner Bilder zielt ein kleines Mädchen mit einer Zwille auf einen überdimensionierten Panzer.  Krause meint das durchaus politisch und findet es wichtig, dass Künstler in ihren Werken etwas zu sagen haben. Über ihn und seine Kunst wird man an dieser Stelle demnächst sicher etwas Ausführlicheres lesen. 

Dem Team vom Kunstrasen kann man für das gelungene Festival nur gratulieren und weiterhin viel Erfolg wünschen, damit dieser schillernde Farbtupfer im sonst oft grau-braunen Erfurt noch lange erhalten bleibt. 

Abgerundet wurden die zwei erfolgreichen Tage von strahlendem Sonnenschein und von einem Catering, das nicht durch amerikanische oder österreichische Konzerne bedient wurde, sondern u.a. durch die Genossenschaft „LandMarkt Erfurt“ mit regionalem Bio-Essen. 

 

th