22. September 2015

Thüringer Cuba si – am aktivsten und lebendigsten

Sommertreffen der AG Cuba si am 5. September in Ranis. Hans Modrow erläurtert die neuesten Entwicklungen auf der Karibikinsel. Foto: sm

 

Von Gerd Anacker

 

 

Während des Sommertreffens der Arbeitsgruppe Cuba si bei der LINKEN in Thüringen verständigten sich die Regionalgruppen Anfang September in Ranis über Ergebnisse und künftige Schwerpunkte ihrer Arbeit. Zu den prominenten Gästen gehörten unter anderem Hans Modrow und Alberto Berbes, Sekretär der kubanischen Botschaft in Berlin. 

 

 

USA hat scheitern der eigenen Kuba-Politik erkannt 

 

Alberto Berbes bedankte sich besonders herzlich für die umfangreiche Solidarität, die das kubanische Volk aus Thüringen erhalten hat und insbesondere bei Cuba si Thüringen, dessen Mitglieder maßgeblich dazu beitrugen.Die aktuellen Informationen des Botschaftssekretärs zu den neuen Entwicklungen der Beziehungen zwischen Kuba und den USA nach der Wiedereröffnung der Botschaften waren von großem Interesse. Gegenwärtig sei auf zahlreichen Gebieten viel in Bewegung, jedoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass die USA jährlich über 25 Millionen US-Dollar aufwenden, um die ideologische Diversion und andere Maßnahmen zu finanzieren, die gegen Kuba gerichtet sind.  Solange der Kongress der USA diese Blockade nicht stoppe, werde man damit leben müssen, obwohl die USA erkannt hat, dass ihre Politik gegen Kuba gescheitert war, um das sozialistische Land in die Knie zu zwingen, unterstrich der Botschaftssekretär. In seiner verbleibenden Amtszeit könne jedoch Obama trotzdem noch viel machen, ließ Alberto Berbes verlauten und nannte den Austausch von Sportlern, Künstlern, den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen oder die Erlaubnis, kubanische Merdikamente in den USA zu verkaufen. Der Sozialismus auf Kuba sei unverhandelbar, dass müßten die USA nach mehr als 55 Jahren endlich begriffen haben, ergänzte der Botschaftssekretär. Einer Studie zu Folge wollen 70 Prozent der Bürger der USA die Aufhebung der Blockade, äußerte sich Alberto Berbes. „Es gibt im eigenen Lande sicher noch viel zu tun, aber die Fortschritte auf einzelnen Gebieten, wie der Medizin, der Biotechnologie und im Tourismus können sich international sehen lassen und liefern den Beweis, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist“, war sein Resümee.

Zu den Anfragen über die konkreten Formen und Schwerpunkten der Solidaritätsleistungen von Cuba si meinte Alberto Berbes, dies sollte mit den jeweiligen Ansprechpartnern in den Provinzen im Detail abgestimmt werden.

 

Thüringer Projekte helfen

 

Hans Modrow schilderte aus seinem umfangreichen Erlebnisschatz mit Politikern aus aller Welt, wie die Frage der Entwicklung Kubas gesehen wird. Vor allem durch seine fünfjährige Zeit im Europaparlament habe er gespürt, welche Kräfte auf internationaler Ebene im Spiel sind, bei deren Verhandlungen und Entscheidungen Kuba eine maßgebliche Rolle zukomme. Gerade weil oft die Fragen gestellt werden, was Kuba anders macht, als es in der DDR praktiziert wurde, führte Hans Modrow mehrere Beispiele an, wie man in Kuba zum Beispiel mit Demokratie und Nationalisierung anders umgehe als in der DDR. Der Vorsitzende des Ältestenrates der Linken benannte Cuba si als die am meisten solidarisch organisierte Gemeinschaft und würdigte diese als engagierte politische Kraft. Wie ihm gut bekannt sei, haben auch Thüringer Projekte maßgeblich zur Stärkung der Wirtschaftskraft beigetragen oder eine Behindertenwerkstatt zum Leben erweckt.

Cuba si Mitarbeiter Jörg Rückmann aus Berlin schätzte ein, dass die Thüringer Arbeitsgemeinschaft die aktivste und lebendigste Landesarbeitsgemeinschaft und zentraler Bestandteil der Bundes AG ist. Im Hinblick auf 25 Jahre Cuba si im Jahre 2016 könne die Thüringer Landes AG stolz auf ihre Ergebnisse zurückblicken, unterstrich Jörg Rückmann.

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/browse/5/artikel/thueringer-cuba-si-am-aktivsten-und-lebendigsten/